Am 15. Januar eröffneten Anita Tillmann, Managing Partner Premium Group, Michael Stracke, Chief Business Development Officer #Fashiontech Berlin, und Ole Tillmann, Founder & CEO Peak, die neunte Ausgabe der #Fashiontech Berlin. Ziel der Veranstaltung ist gewesen, dass alle, die von digitaler Disruption betroffen sind, sich auf der Konferenz nicht nur inspirieren lassen, sondern am nächsten Tag direkt Maßnahmen anstoßen können, um ihre eigene digitale Transformation in Gang setzen oder weitertreiben zu können.
„Wir sind hochzufrieden mit der diesjährigen #Fashiontech Berlin. Unser Dank gilt auch dieses Jahr wieder unseren hochkarätigen internationalen Speakern und Partnern, ohne die dieses kontinuierliche Wachstum nicht möglich wäre“, kommentiert Michael Stracke den Ausgang der #Fashiontech Berlin. „Wir haben unter anderem die Ausstellungs-Fläche um 300 Prozent gesteigert und hatten noch mehr interaktive Workshops und Masterclasses für den Know-how-Transfer für die Teilnehmern vor Ort. Das Konzept mit ’#Listen‘, ’#Learn‘, ’#Experience‘ und ’#Business‘ kam sehr gut an, da wir den individuellen Bedürfnissen aller Teilnehmer gerecht werden konnten.“ Das Thema digitale Transformation sei auch in der Fashionbranche final angekommen, was sich auch an der erneuten Steigerung und Internationalität der Teilnehmerzahl gezeigt habe.
Die zentrale Frage der #Fashiontech Berlin Konferenz lautete, wie die eigene Organisation transformiert werden könne. Dieses Thema wurde anhand von vier Themen diskutiert: Culture & Leadership, Future of Work, Innovation & Technology und Customer Journey.
1—Culture & Leadership
Digitale Transformation ist nur möglich, wenn im Unternehmen eine Kultur herrscht, die den Wandel ermöglicht und zu Performance und smart eingesetztem Risiko ermutigt. Diese Kultur muss im Bewußtsein auf Führungsebene verankert sein, damit sie von dort in die gesamte Organisation durchdringen kann. Entscheidend ist auch die Bereitschaft zur Kollaboration — der Schwarm ist effektiver als das Individuum; vernetztes Denken ist besser als individuelles. Die traditionelle Art und Weise, wie (Mode-)Business betrieben wird, wird von unternehmerischem Denken disruptiert, anachronistische Eintrittsbarrieren wie Retailer und Redakteure werden durch neue Ideen einfach umgangen.
Speaker-Statements:
- Sebastian Klauke, CDO, Otto Group „Wer jetzt nicht mit der Transformation angefangen hat, der dürfte zu spät sein.“
- Justine Leconte, Creative Director, Justine Leconte „Geschwindigkeit ist enorm wichtig, egal in welcher Branche. In der Mode wird tendenziell zu lange gewartet, bis etwas perfekt ist. In der Tech-Branche gehst du an den Markt, testest und verbesserst dich dann. Sonst tust du es nie.“
- Prof. Ulrich Weinberg, Director, HPI School of Design Thinking „Vernetztes Denken ist sehr viel effektiver als individuelles Denken.“
2—Future of Work
In Zukunft wird es nicht mehr um Wissen gehen, denn Fakten werden heute schnell „alt“. Es geht darum, Neues zu testen und innovative Wege zu finden, um Probleme zu lösen. Es geht ums Lernen und das geht am besten, wenn man es selbst tut. Unternehmen sollten eine Team-Kultur fördern, denn dort entstehen neue Ideen, nicht beim einzelgängerischen Genie. Kollaboration ist der Schlüssel zu jeglicher Form von Innovation und Performance. Die Effektivität eines Teams kommt von einem gemeinsamen Mindset und wie miteinander kommuniziert wird, vor allem auch über Fehler.
Speaker-Statements:
- Sofia Wingren, CEO, Hyper Island „In einer vernetzten Welt müssen wir die Besten auf globaler Ebene sein.“
- Christoph Magnussen, Founder & Managing Director, Blackboat „Mit Angst im Rücken bewegst du dich nicht und kannst nicht innovieren.“
- Reza Moussavian, SVP Digital & Innovation (HR), Deutsche Telekom „Warum Organisationen erfolgreich sind oder nicht? Drei Dinge: Transparenz, ausgeglichene Machtverhältnisse und Inklusivität.“
3—Innovation & Technology
Die Modeindustrie muss die Tatsache akzeptieren, dass Technologie Teil ihrer Zukunft ist. Anstatt sie als Bedrohung zu sehen, sollten lieber ihre Potentiale genutzt werden. Plattformen sind das ideale Tool für Ko-Kreation. Konsumenten, die in die Kreation eines Produktes involviert sind, sind es auch emotional — das ist wichtig in Zeiten, in denen die Loyalität gegenüber einer bestimmten Marke abnimmt. Die Technologie ermöglicht es, dass Marken ihre eigene Geschichte erzählen können. Vor allem jüngere Konsumenten identifizieren sich mich Marken, die eine Bedeutung für sie haben. Außerdem wird es durch Technologie möglich, auch physische Konsumgewohnheiten an die immer digitaler werdenden anzupassen — sich zum Beispiel nie wieder an einer Kasse anstellen zu müssen. Mehr Daten als je zuvor stehen zur Verfügung, zum einen als Grundlage für strategische Entscheidungen, zum anderen, um Produkte und Lösungen zu entwickeln, die genau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind.
Speaker-Statements:
- Alfredo Orobio, Founder & CEO, Awaytomars „Ich denke, dass Kollaboration die Zukunft der Mode und jedes erfolgreichen Unternehmens ist.“
- Gary Wassner, CEO, Hilldun „Ich glaube nicht, dass Millennials das Cover der Vogue noch ernst nehmen. Sie schauen es noch nicht einmal an.“
- Alexander Graf, Founder & CEO, Spryker Systems „Das Problem vieler Retailer: Sie sind zu sehr auf den Desktop fokussiert.“
4—Customer Journey
Auf technischer Ebene verschwinden die Grenzen zwischen der realen und der digitalen Welt. Die Konsumenten machen diesen Unterschied nicht mehr und erwarten eine nahtlose Experience. Mobile ist der ideale Connector dafür. Heute wird mehr Geld für Experience als für Konsumgüter wie Mode ausgegeben. Marken und Handel müssen die Aufmerksamkeit mit Experience gewinnen. Konsumenten entwickeln eine emotionale Bindung zu den Marken und Händlern, die den Raum für ihre Community bieten. Sie identifizieren sich mit Marken, die ein klares Wertesystem haben und das auch deutlich kommunizieren. Marken, die diese Werte auch leben, werden erfolgreicher sein als solche, die sie nur postulieren, aber nicht praktizieren.
Speaker-Statements:
- Ana Andjelic, Chief Brand Officer, Rebecca Minkoff „Die wichtigsten Human-Faktoren: Vertrauen, Zugehörigkeit, Leidenschaft, Sinn.“
- Markus Fuchshofen, Managing Director, Bonprix „Mobile verbindet on- und offline.“
- Louise Troen, VP International Marketing & Communication, Bumble „Alle sollten sich inspiriert und empowered fühlen, wenn sie zur Arbeit gehen. Je mehr empowered du dich fühlst, desto besser werden deine Resultate.“