Neben Mode und Saisontaktung stehen auf der GDS in Düsseldorf auch die teils beunruhigenden Entwicklungen auf dem Währungssektor im Zentrum der Gespräche. Mit großem Interesse blickt die Branche etwa in die Schweiz. Auf die Aufwertung des Franken wollen Handel und Industrie mit individuellen Maßnahmen reagieren. schuhkurier fragte nach.
05.02.2015
Petra Salewski
2 Minuten
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Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Mitte Januar, den Franken vom Euro abzukoppeln, traf auch die Schuhbranche aus heiterem Himmel. Der Schweizer Handel reagierte mit großer Sorge und fürchtete eine noch weiter zunehmende Tendenz von Konsumenten, in Deutschland einzukaufen. Zugleich wurde seitens Handel und Industrie aber auch Besonnenheit angemahnt – und die Suche nach individuellen Lösungen gefordert. Hansjörg Egli von der Verbundgruppe Zusa goutiert den intensiven Dialog zwischen den Herstellern und Händlern: „Es gilt besonders zu erwähnen, dass einige Lieferanten sehr schnell reagiert haben und dem Schuhhandel ab sofort Währungsrabatte in der Höhe von bis zu 20% gewähren. Das ist lobenswert!“ Leider gebe es jedoch auch Lieferanten, die aus Sicht des Handels „inakzeptabel mit der Eurothematik umgehen oder gar noch keine Stellung zu ihrem Vorgehen genommen haben. Da werden wir nach wie vor gefordert sein, eine partnerschaftliche Lösung zu finden.“ Dieter Spiess, Präsident des Schuhhandelsverbands schuhschweiz, hatte sich in einemStatement gegenüber schuhkurier bereits gegen „Panikmache" ausgesprochen. Verschiedene Hersteller haben sich unterdessen positioniert und signalisieren Bereitschaft, den Handel zu unterstützen. Jürgen Cölsch von Caprice weist aber darauf hin, dass auch die Industrie durch die Entwicklungen im Währungsbereich teils erheblich betroffen ist: „Die aktuellen Währungsturbulenzen treffen Hersteller und Händler zugleich. Einerseits wird der überwiegende Teil der Schuhbeschaffung in der zuletzt stark gestiegenen US-Währung abgewickelt, was uns Hersteller vor enorme kalkulatorische Herausforderungen stellt. Andererseits kämpfen vor allem die Schuhhändler in der Schweiz mit Absatzproblemen aufgrund des stark gestiegenen Franken.“ Fest stehe, dass dadurch Industrie und Handel Ertragsminderungen erleiden werden. „Um den Schuhhandel in der Schweiz zu unterstützen, haben wir die Preise für die aktuelle Herbst/Winterkollektion äußerst spitz kalkuliert“, so der Geschäftsführer des Unternehmens. Aktuell hat sich der Franken dem Euro weiter angenähert und lag am 5. Februar bei 1,05 Euro. Einen ausführlichen Bericht über die Frankenaufwertung und Reaktionen aus der Branche lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 6.