Die britische Frasers Group treibt ihre Ambitionen beim Metzinger Modekonzern Hugo Boss voran und hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot angekündigt. Demnach sollen Aktionäre 38 Euro je Aktie erhalten. Das Angebot gilt für alle Anteile, die Frasers nicht bereits hält. Nach eigenen Angaben kommt das Unternehmen derzeit auf einen direkten Anteil von gut 26 %.
Für die verbleibenden rund 74 % der Anteile müsste Frasers etwa 2 Mrd. Euro aufbringen. Insgesamt würde Hugo Boss damit mit rund 2,7 Mrd. Euro bewertet. Eine Mindestannahmeschwelle ist nicht vorgesehen, allerdings steht die Transaktion noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
In der Vergangenheit hatte es Spannungen zwischen dem Großaktionär und der Unternehmensführung gegeben. Unter anderem entzog Frasers dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm zwischenzeitlich das Vertrauen, insbesondere im Zusammenhang mit der Dividendenpolitik. Zuletzt ruderte der Investor jedoch zurück und betonte, man sei ein langfristig orientierter Anteilseigner und unterstütze sowohl Sturm als auch CEO Daniel Grieder.
Frasers begründet den Schritt mit dem Ziel, das Engagement bei Hugo Boss weiter zu festigen. Auch der Einsatz zusätzlicher Finanzinstrumente hatte den Einfluss der Briten zuletzt vergrößert. Ein Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle hätte ohnehin ein Pflichtangebot ausgelöst – nun geht das Unternehmen diesen Schritt bewusst freiwillig.
Die Frasers Group gehört mehrheitlich dem britischen Unternehmer Mike Ashley und vereint zahlreiche Marken unter ihrem Dach, vor allem aus dem Sportsegment wie Lonsdale und Everlast. Zudem betreibt das Unternehmen mit Sports Direct einen der größten Sportartikelhändler Europas.