Die Warenhauskette Galeria verschafft sich mit einer weiteren Finanzierung kurzfristig Luft. Laut übereinstimmenden Medienberichten gewährt der Minderheitsgesellschafter Bain Capital einen neuen Kredit in Höhe von zehn Millionen Euro. Die Zwischenfinanzierung soll helfen, die aktuell angespannte finanzielle Lage zu überbrücken.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Bain Capital Galeria mit einem Kredit unterstützt. Hintergrund der erneuten Finanzspritze sind deutliche Schwankungen in der Liquidität. „Die Liquiditätslage zeigt harte Schwankungen“, zitieren Medien Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch, dass sich die Situation wieder stabilisieren werde.
Für zusätzliche Unruhe sorgen offenbar ausstehende Mietzahlungen. Mehrere Vermieter beklagten zuletzt, dass die Mieten für April nicht gezahlt wurden. Galeria räumte laut Medienberichten ein, die Vermieter aller 83 Filialen um eine Stundung gebeten zu haben. Demnach sollten die ursprünglich im März und April fälligen Zahlungen in den Herbst verschoben werden – allerdings stieß dieses Vorgehen nicht überall auf Zustimmung.
Nach Unternehmensangaben wurden Mietzahlungen in einigen Fällen vorübergehend ausgesetzt, sollen jedoch nachgeholt werden. Vermieter, die einer Stundung zugestimmt haben, sollen ihr Geld später inklusive Zinsen erhalten.
Parallel laufen Verhandlungen über die Zukunft einzelner Standorte. Bereits im März hatte Galeria angekündigt, auslaufende Mietverträge von acht Filialen neu zu verhandeln. Dabei stellte das Unternehmen auch weitere Einschnitte in Aussicht: „Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen“.
Eine schuhkurier-Anfrage zu diesen und weiteren Themen an Galeria blieb bis Redaktionsschluss für diesen Newsletter unbeantwortet.