Mit einer gewissen Sorge waren die Hersteller nach Düsseldorf gereist. Die Bedenken erwiesen sich jedoch zunächst als unbegründet. Der erste Tag der Messe verlief geprägt von intensiven Gesprächen und zufriedenstellender Betriebsamkeit an den Ständen. Insbesondere im Bereich Highstreet war die Stimmung überwiegend gut. Das Segment Popup und Studio wurde hinsichtlich der Frequenz als durchwachsen bezeichnet. Streckenweise fehlte es an Besuch; einige Aussteller wiesen daraufhin, dass deutlich weniger Fachhändler vor Ort seien als gewohnt.
Gegenstand vieler Diskussionen war allerdings nicht nur die Bewertung der neuen Schuhtrends. In vielen Dialogen ging es vielmehr um neue Formen der Zusammenarbeit, eine engere Kooperation zwischen Industrie und Handel und das gemeinsame Angehen der aktuell offenkundigen Probleme, mit denen die Branche zu kämpfen hat. „Uns gegenseitig unser Leid zu klagen, bringt uns nicht weiter", so ein Händler aus Berlin. „Wir müssen uns jetzt konkret um gemeinsame Lösungen und Zukunftsstrategien bemühen." Dabei beobachteten zahlreiche Aussteller die aktuellen Insolvenzfälle im Handel mit großer Sorge. „Das ist erst der Anfang. Weitere werden folgen", so die Befürchtung.
Angesichts der miserablen zurückliegenden H/W-Saison tut sich der Handel erwartungsgemäß schwer damit, jetzt schon konkret in die Sortimentsgestaltung für die nächste kalte Jahreszeit zu gehen. Händeringend gesucht werden neue Impulse. „Unsere Devise lautet: später disponieren. Weniger disponieren. Und Neues disponieren“, so das Motto eines Händlers aus Norddeutschland. Und auch für die modische Abrundung der F/S-Sortimente fehlen derzeit noch die Erkenntnisse. „Wie viel mehr sollen wir denn noch vorordern?", fragte eine Textilhändlerin an der improviserten "Klagemauer", die der Hersteller Lazamani auf der Rückwand seines Stands in Halle 4 installiert hatte. Hier konnten Besucher und Aussteller ihrer Meinung freien Lauf lassen – ein bekanntes Thema, das die Gemüter erregte, war der frühe Messetermin. Dagegen kritisierte Ralph Rieker, Vorsitzender des HDS/L, dass einige Hersteller den früheren Termin nutzen, um noch früher ihre Aufträge einzuholen. „Das ist katastrophal”, so Rieker.
Gleichwohl kritisierten viele Händler das aus ihrer Sicht überschaubare Angebot der Messe. „Ich hätte mir einiges mehr an Kollektionen gewünscht“, so ein Einkäufer. Schon im Vorfeld hatten viele Händler offenbar entschieden, ihre Verweildauer auf der Messe zu verkürzen. Ein Tag, maximal zwei seien ausreichend, um sich ein Bild vom Angebot zu machen, hieß es vielerorts.