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Schon während der vergangenen GDS Ende Juli stand fest: Über eine Neuausrichtung der Messe soll in einem erweiterten Messebeirat diskutiert und entschieden werden. Die Mitglieder dieses Gremiums fanden sich in den letzten Wochen zusammen, um verschiedene Möglichkeiten zu diskutieren. In der Branche wurde dieser Prozess mit großem Interesse begleitet. Nachdem am 23. September zunächst bekannt gegeben wurde, dass die Schuhmesse im Sommer 2017 auf einen Termin Anfang September rücken wird, überwiegt offenbar die Erleichterung in der Branche.
„Wir begrüßen die Entscheidung der GDS sehr. Den Termin näher an die Saison zu legen ist genau das richtige Signal für die Branche. Nie war es so wichtig, so nah wie möglich an der Saison zu agieren. Der spätere Termin bietet dem Handel eine optimale Plattform, um auf die Bewegungen am Markt zu reagieren“, erklärt Jens Beining, CEO der Wortmann Group. „Eine andere Location bietet die Möglichkeit sich ’neu aufzustellen‘. Das wird die Branche beflügeln“, so Beining weiter.
„Wir haben uns auf Verbandsseite sehr lange und intensiv mit der richtigen Ausrichtung der GDS beschäftigt. Wir auf Herstellerseite sind uns darin einig, dass es wichtig ist und immer wichtiger wird, flexibel und schnell auf neue, veränderte Marktgegebenheiten zu reagieren“, lautet das Statement von Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des HDS/L. „Wir hoffen, dass der Handel den späteren Zeitpunkt nutzt, um die Messe nicht nur zu besuchen, sondern sich dort auch umfassend zu informieren und seine Orders zu platzieren. Wir sind überzeugt: Die Branche braucht eine Internationale Schuhmesse am Standort Deutschland und wir werden von Verbandsseite alles daran setzen, dass die GDS weiterhin erfolgreich bestehen kann“, so Junkert.
Karim Choukair von Melvin & Hamilton erklärt: „Es ist sinnvoll, dass die GDS sich immer wieder in Frage stellt. Eine neue Location kann dem Zeitgeist entsprechen und zukunftsweisend sein, ebenso wie eine Terminverschiebung, um sich gegenüber anderen Messen zu positionieren. Der neue angedachte Termin Anfang September scheint notwendig zu sein, um der Problematik der Ferien im August, speziell bei den italienisschen Lieferanten, aus dem Weg zu gehen.“ Dies habe aber, so Choukair weiter, „zur Konsequenz, dass die Liefertermine auch wieder nach hinten verschoben werden.“ Eine optimale Lösung bei der Terminierung gebe es ohnehin nicht. „Auch bei der Tagesfolge wurde in der Vergangenheit oft experimentiert. Bislang wurden alle möglichen Tagesfolgen ausprobiert. (…) In der jetzigen Zeit scheint mir die Tagesfolge von Sonntag bis Dienstag eine gute Option. Sonntags können gerade kleinere Händler die Messe besuchen (…). Man bedenke jedoch, dass sich auch dies jederzeit ändern kann. Sollten die Städte vermehrt aufgrund des Besucherschwundes auf verkaufsoffene Sonntage setzen, so wäre auch diese Tagesfolge erneut zu überdenken.“ Choukair ist überzeugt: „Händler, Hersteller und Messegesellschaft müssen ihr Handeln permanent in Frage stellen und den Marktveränderungen anpassen, heute mehr denn je!“
Auch in den sozialen Netzwerken gab es erste Reaktionen. „Der Fachhandel wird sich freuen“, so Sven Carstens, der die Marke Remonte vertritt. Patriziua Curatola, die eine Agentur für italienische Schuhe betreibt, ist überzeugt: „Eine positive und wichtige Veränderung, besonders für die ’Kleinen‘.“ Zugleich weist Curatola auf ein Problem im Messekalender hin: „Jetzt muss nur noch die immense Anzahl der Schuhmessen reduziert werden.“
Aus dem Handel gibt es ebenfalls erste Reaktionen. Fritz Kürmayr, Schuhhändler aus Österreich, unterstreicht: „Zur GDS stehe ich grundsätzlich positiv – allerdings ist sie für mich die klare Nr. 2 im Messekalender und es macht auch keinen Sinn, dass die GDS versucht, mit der Micam als 4 x so große Messe (…) zu konkurrieren. Ich finde den Platz als Informationsmesse zum Saisonauftakt durchaus angemessen. Interessant wird auch, welchen Termin die Micam im Feb/März 2018 findet – konsequenter Weise müsste es ja eine Rückkehr auf Anfang März sein.“ Die neue Laufzeit der GDS ab Sommer 2017 findet der Händler wiederum „nicht so positiv.“ Und ergänzt: „Ich weiß nicht, ob zwei Personen-Unternehmen im Fokus der GDS stehen, und jeder andere Unternehmer kann es sich an einen Wochentag Anfang September oder mitten im Februar richten, einen Tag eine Messe zu besuchen. Dienstag bis Donnerstag als Messetage waren optimal.“
Fritz Terbuyken, Vorstand Ware der ANWR Group, erklärt: „Die GDS ist in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Taktgeber für unsere Branche und ich bin überzeugt, dass sie die bedeutende Leitmesse sein wird. Ich bin zuversichtlich, dass Industrie und Handel die neue Terminierung ab Sommer 2017 mit ihrer Beteiligung bzw. ihrem Besuch honorieren werden.“ Die gesamte Branche dürfe sich jedoch den veränderten Rahmenbedingungen nicht verschließen: „Beschleunigte Modezyklen erfordern unter anderem eine Anpassung der Liefertermine. Mehrere Kollektionen pro Saison sind auch für unsere Branche ein Muss“, so Terbuyken weiter.
Die ANWR will ihre Termine und ihr Messekonzept kurzfristig an den neuen GDS-Rhythmus anpassen.
Stephan Krug, Geschäftsführer der Sabu Schuh & Marketing GmbH, resümiert: „Die GDS, wie sie sich heute präsentiert, erfüllt nicht mehr die Erwartungen aller Beteiligten und wird somit ihrer Funktion als Leitmesse der Branche nicht mehr gerecht.“ Daher sei die Entscheidung, etwas zu ändern, „konsequent und richtig. Die Verschiebung in den Orderzeitraum sowie die neue Tagesfolge Sonntag/Montag/Dienstag halte ich persönlich für sehr gut und logisch, um den Anforderungen der Industrie und des Fachhandels gerecht zu werden.“ Stephan Krug weiter: „Deutschland braucht eine starke Leitmesse im Schuhbereich. Ohne GDS ist dies nicht zu leisten.“
Die Sabu-Messetermine werden laut Krug aus heutiger Sicht von der Verlegung der GDS nicht tangiert.
Einige Statements aus der Branche können Sie auf Facebook nachlesen und mit diskutieren:
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