Die Gerry Weber International AG hat sich in ein Starug-Verfahren begeben, um den Konzern zu restrukturieren. Das sei nötig, um sich zu entschulden und eine drohende Zahlungsunfähigkeit im Voraus zu vermeiden. Am 18. August wurde der dabei angefertigte Restrukturierungsplan bereits von den erforderlichen Mehrheiten der Gläubiger angenommen. Nun hat das Restrukturierungsgericht Essen den Plan für rechtskräftig erklärt. Die Maßnahmen sollen, wo alle Hürden genommen wurden, nun zeitnah umgesetzt werden.
Die Restrukturierung sieht vor, dass das Grundkapital der Gerry Weber International AG auf null herabgesetzt wird, sodass die Börsennotierung erlischt. Zum anderen wird das Kapital auf 50.000 Euro erhöht, die neuen sollen vollständig von einem Sanierungsinvestor, der GWI Holding mit Sitz in Luxemburg, gezeichnet werden. Die Gesellschaft wird daraufhin in eine GmbH umgewandelt werden. „Dank der Zustimmung unserer Gläubiger zum Restrukturierungsplan können wir die Gerry Weber-Gruppe wieder auf eine solide finanzielle Basis stellen. Unsere Gesellschafter, Gremien und Geschäftspartner haben uns dabei großartig unterstützt.“, sagt Florian Frank, CFO. „Mit der Umsetzung des Restrukturierungsplans, steht uns zukünftig eine Finanzierungsstruktur zur Verfügung, die es uns ermöglicht, die operative Sanierung weiter mit Hochdruck voranzutreiben.“
Inhaltlich will sich das Unternehmen stärker auf das Wholesale-Geschäft fokussieren und sich im eigenen Retail auf einen gesunden Kern beschränken. Bereits im Vorfeld wurde das eigene Retail-Geschäft in Österreich beendet und das deutsche Retail-Geschäft auf aktuell 50 Stores und Outlets reduziert. Gerry Weber zog sich aus nicht-profitablen Concession- und Depot-Geschäften zurück und startete für das Sourcing eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Techno-Design. Außerdem wurde die Zentrale in Halle in Westfalen bereits verschlankt.