„Wir bedienen noch richtig“, sagt Susanne Fritschi, die das Schuhhaus Trost gemeinsam mit ihrem Mann Alexander seit 2003 führt und insgesamt zehn Fachkräfte beschäftigt. „Wir sehen den Fuß und wissen, wo es lang geht.“ Im April feierte das Unternehmen sein 75. Jubiläum.
1941 eröffnete der Schuhmachermeister Lukas Trost, Großvater von Susanne Fritschi, eine Werkstatt in der Freiburger Altstadt. Auch sein Sohn Gerhard Trost, Susanne Fritschis Vater, der den Betrieb 1969 übernahm, war Schuhmachermeister. Er verlegte den Schwerpunkt des Geschäfts zwar auf den Handel. Die strengen Maßstäbe des Schuhmacherhandwerks prägen aber bis heute das Sortiment. Zudem legt man Wert auf nachhaltige sowie europäische Fertigung. Nach mehreren Umzügen landete das Schuhhaus 1966 am heutigen Standort.
Die Werkstatt ist dort mittlerweile ganz nach hinten gerückt; im Vordergrund steht längst der Verkauf. Hier bietet Trost vor allem Komfort- und Bequem- sowie Wanderschuhe. „Zu uns kommen Menschen, die bequeme Schuhe wollen“, sagt Alexander Fritschi. Und davon scheint es immer mehr zu geben. Der Umsatz pro qm sei im Branchenvergleich außergewöhnlich hoch, so der Geschäftsführer.
Dem Wachstum sind in dem alten Gebäude indes Grenzen gesetzt. Deshalb starteten Susanne und Alexander Fritschi 2008 einen sogenannten Markenstore. In dem etwa 80 qm großen ’Auftritt‘, nur wenige hundert Meter vom Stammhaus entfernt, verkaufen sie in erster Linie Schuhe des österreichischen Herstellers Think. Rund 25.000 Euro hat der Umbau gekostet. Wesentlich mehr haben die Fritschis vor zwei Jahren in das alte Geschäft investiert. Für rund 150.000 Euro erhielt es neben einem neuen Design auch neue Beleuchtung und Elektronik, Belüftung und Brandschutz.
Ob die vierte Generation der Familie das Traditionshaus weiterführt, bleibt abzuwarten. Die Söhne von Susanne und Alexander Fritschi sind jetzt 14 und 16 Jahre alt und besuchen das Wirtschaftsgymnasium.