Ziel sei eine starke und langfristige Partnerschaft, um das Wachstum als qualitativer Marktführer und den Ausbau der Multichannel-Strategie von Görtz zu unterstützen. Über den Wert der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Der Abschluss der Transaktion, vorbehaltlich der Zustimmung der relevanten Behörden, wird spätestens bis Ende Mai erwartet.
Afinum sei aufgrund seiner Expertise, Unternehmen bei der Erschließung von Marktpotentialen zu unterstützen und das notwendige Prozess-Know-how aufzubauen, der ideale Partner, um das Management von Görtz beim Ausbau der Marktposition zu begleiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Ludwig Görtz, Mitgesellschafter und Vorsitzender des Verwaltungsrates, zur Transaktion: „Mit Afinum haben wir einen erfahrenen und stark aufgestellten Partner gewonnen, der die gewachsene Markenphilosophie und das Geschäftsmodell von Görtz nicht nur versteht, sondern ganz besonders schätzt. Wir freuen uns darauf, das Unternehmen gemeinsam mit unseren Mitarbeitern in eine langfristig erfolgreiche Zukunft zu führen.“ Michael Huesken und Dr. Stephan Schödel von Afinum: „Görtz ist ein Traditionsunternehmen mit einer starken Marke, hoher Kundenbindung und exzellenten Mitarbeitern. Wir möchten zu einem Geschäftswachstum beitragen, das der Tradition und dem Anspruch, aber auch dem Zukunftsgeist dieses Unternehmens entspricht. Wir freuen uns sehr darauf, Görtz dabei zu unterstützen, seine Multichannel-Strategie und die strategische Neuausrichtung erfolgreich zu einem Abschluss zu bringen.“
Afinum wurde im Jahr 2000 von Thomas Bühler und Gernot Eisinger gegründet. Nach Unternehmensangaben investiert die Gesellschaft insbesondere in „gesunde, erfolgreiche Unternehmen des Mittelstands“. Beteiligungsanlässe seien unter anderem die zeitnahe Regelung der unternehmerischen Nachfolge, die Finanzierung von Wachstumsschritten und die Erhöhung der Eigenkapitalquote beziehungsweise die Reduzierung von Bankverbindlichkeiten. 2013 stieg Afinum etwa bei dem Möbelhersteller Thonet ein. Es gehe dem Investor nicht darum, Einfluss auf das Tagesgeschäft zu nehmen oder die Familie herauszudrängen, sagte kürzlich Thonet-Geschäftsführer Thorsten Muck der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung erklärt Ludwig Görtz: „Die Geschäftsführung hat im vergangen Jahr die richtigen Weichen gestellt, so dass Görtz mit Unterstützung aller Mitarbeiter erfolgreich den Turnaround geschafft hat. Auch 2014 ist sehr gut angelaufen. Im ersten Quartal haben wir unsere Umsatz- und Ergebnisziele deutlich übertroffen. Auf dieser starken Grundlage wollen wir jetzt aufbauen und mit der Geschäftsführung die Modernisierung und selektive Erweiterung unseres Filialnetzes sowie die Weiterentwicklung unserer Multichannel-Strategie vorantreiben. Wir freuen uns darauf, Afinum zukünftig dabei als erfahrenen und starken Partner an unserer Seite zu haben.“
Die Ludwig Görtz GmbH hat das Geschäftsjahr 2013 mit einem Umsatz von 365 Mio. Euro (inkl. Schweiz) abgeschlossen und ist operativ in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Dank der Konzentration der Unternehmensgruppe auf den Schuheinzelhandel in Deutschland und Österreich, sowie umfangreicher Maßnahmen zur Neuausrichtung, u.a. im Bereich Einkauf- und Qualitätsmanagement, IT und in den Vertriebsgesellschaften, habe man den operativen Ertrag in 2013 deutlich steigern können. Diese positive Entwicklung werde im Geschäftsjahr 2014 bestätigt. Im ersten Quartal hat die Ludwig Görtz GmbH einen Umsatzanstieg im guten zweistelligen Prozentbereich erreicht.
Die Suche nach einem Investor war im Sommer 2013 eingeleitet worden, nachdem bereits im Jahr zuvor ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm eingeleitet worden war, und u.a. die Mitarbeiterzahl in der Hamburger Zentrale erheblich reduziert wurde. Darüber hinaus wurden rund 30 Filialen – überwiegend Görtz 17-Flächen – geschlossen. Im Januar 2014 hatte Görtz die Schweizer Tochter Pasito Fricker verkauft.