T-Shirts, Jacken, Blusen – unter der neuen Marke GLDN (lesbar als „Golden“ und Abkürzung von Görtz Lifestyle Day and Night) präsentiert der Hamburger Filialist ab sofort stylische Kleidungsstücke in ausgewählten Stores. GLDN ist Teil des neuen Lifestyle-Konzepts des Filialisten. Seit dem 8. Mai können Kundinnen in 18 Görtz-Geschäften – elf in Deutschland und sieben in Österreich, darunter der abgebildete Store in Salzburg – die Kleidung kaufen. Die Idee dahinter formuliert Görtz-Inhaber Bolko Kissling gegenüber schuhkurier so: „Ziel ist es, nicht der nächste Textilhändler zu werden, sondern eine Inspirationsquelle für Outfits.“ Die Kundin soll künftig Gelegenheit haben, den „total look“ zu shoppen. Sie bekomme einen Eindruck davon, welcher Schuh zu welchem Outfit passt. „Es geht darum, die Conversion Rate im Schuhhandel zu erhöhen“, erläutert Kissling. „Sie liegt aktuell bei 10%. 90% der Kunden gehen also ohne einen Kauf aus dem Geschäft. Ich will den Kunden mehr anbieten, um die Conversion Rate zu steigern.“
Die GLDN-Kollektion umfasst verschiedene Kleidungsstücke vom T-Shirt bis zur Jacke. Das preiswerteste Teil ist ein T-Shirt für Ende 20 Euro, das teuerste eine Jacke für 149 Euro. Jeden Monat sollen einige neue Teile hinzukommen, um den Look weiter zu komplettieren und neue Impulse zu setzen. Nach dem Launch in aktuell 18 Standorten sind laut Bolko Kissling 12 bis 14 der aktuell insgesamt noch rund 50 Görtz-Standorte für die GLDN-Kollektion vorgesehen. Alle Geschäfte mit Bekleidungsangebot sind bzw. werden mit Umkleidekabinen ausgerüstet.
Erste Reaktionen von Verbraucherinnen auf die seit dem 8. Mai gelaunchte Bekleidungskollektion bewertet Kissling positiv. Das Preis-Leistungsverhältnis von GLDN sei „sehr gut“.
Verantwortlich für die neue Modelinie von Görtz zeichnet als Head of Design & Product Management Tina Muthspiel. Sie ist seit Januar 2024 für Görtz tätig und arbeitet vom Standort München aus. Zuvor war Muthspiel fast 15 Jahre beim Modeunternehmen Hallhuber tätig.
Am 13. Mai will Görtz im Rahmen einer Veranstaltung im Flagship-Store in der Spitaler Straße in Hamburg neben dem Lifestyle-Konzept und GLDN auch das neue Lounge-Store-Konzept auf Displays präsentieren. Erwartet werden laut Kissling 500 bis 600 Gäste. Das Lounge-Konzept basiert darauf, dass das Geschäft als eine Präsentationsfläche dient und eine Auswahl an Schuhen auf Regalen zeigt. Weitere Varianten können dann auf Bildschirmen angeschaut und bestellt werden. Der Roll-Out für dieses Konzept soll im Juli erfolgen, zunächst in fünf Geschäften (zwei in Österreich, drei in Deutschland). Bolko Kissling betont gegenüber schuhkurier, das Konzept habe für ihn „Potenzial für weiteres Wachstum“.
Teil des Lounge-Konzepts sind auch ein Schuhreparatur-Service und das Angebot von Einlegesohlen. Beide Elemente sollen künftig in allen Görtz-Standorten zur Verfügung stehen. Bereits ab dem 14. Mai können Kundinnen und Kunden Schuhe in den Görtz-Filialen zur Reparatur abgeben. Ab Juli können auch orthopädische Einlagen erworben werden. Dafür werden in den Geschäften Fuß-Scans angeboten, auf Basis derer die individuellen Einlagen gefertigt werden. Das Angebot soll auch die Erstattung durch Krankenkassen umfassen. „Wir arbeiten mit einem Hersteller für die Scanner zusammen und werden diese in jeder Filiale ausrollen“, so Bolko Kissling. „Ferner arbeiten wir mit einem 3D Drucker-Hersteller zusammen und werden in Norderstedt eine Produktion aufbauen und von dort die Sohlen in die Filialen liefern, die dann von speziell geschultem Personal an die Kunden übergeben werden. Dies sind Sohlen vom Basic Komfort-Modell bis hin zu aufwändigen orthopädischen Einlagen.“
Die Stimmung im Görtz-Team ist laut Bolko Kissling derzeit „extrem gut“. Die neuen Konzepte und Ideen würden von den Mitarbeitenden gut angenommen, es herrsche Freude darüber, dass „nun etwas kommt“.
Mit Blick auf die aktuellen Umsätze und den weiteren Jahresverlauf zeigt sich der Unternehmer zuversichtlich. Zwar sei der Start ins Jahr „fürchterlich“ gewesen, nicht zuletzt aufgrund von Streiks und Demonstrationen, und man sei noch nicht auf dem Niveau von 2019. Jedoch sehe er Chancen darin, dass Görtz künftig nicht allein auf Schuhe setzen werde. „Wir sind und bleiben Schuhhändler, aber wir wollen auch mehr sein als das“, so Kissling.