Die Görtz-Filialen in Kassel und Kempten wurden Ende Februar geschlossen. Das bestätigt ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Gideon Böhm: „Sofern für einzelne Filialen bereits Nachmieter vorhanden sind, wird eine geordnete Rückgabe der Mieträumlichkeiten besprochen und durchgeführt. Dies betrifft die Filialen Kassel und Kempten, welche Ende Februar 2025 geschlossen und an die Vermieter übergeben wurden.“ Die Suche nach einem Investor wird derweil fortgesetzt. „Alle Interessenbekundungen zur Übernahme von Filialen werden an die Vermieter weitergegeben, damit Interessenten und Vermieter gezielte direkte Gespräche führen können. Einen Zeitrahmen gibt es nicht“, so der Sprecher auf schuhkurier-Nachfrage. Wie viele Görtz-Geschäfte noch geöffnet sind, wird nicht kommentiert. Als Bolko Kissling das Konzept übernommen hat, gab es noch rund 40 Filialen. Allein in Hamburg lagen dem Landgericht Hamburg sechs Räumungsklagen seitens der Vermieter vor, eine Räumungsklage für die Görtz-Filiale an der Spitalerstraße 101 wurde gerichtlich bestätigt.
Das Amtsgericht Hamburg hat am 20. Januar ein vorläufiges Insolvenzverfahren über die Görtz Retail GmbH angeordnet. Eine Woche nach Anordnung der Insolvenz bewertete der vorläufige Insolvenzverwalter die Lage als kritisch, „unter anderem weil die Investorin CK Technology Solutions GmbH aus Österreich nur den ersten Teil des im Rahmen eines Insolvenzplanes zugesagten Planbeitrages in Höhe von 500.000 Euro geleistet hat. Der zweite Teil in Höhe von 1,3 Mio. Euro wurde nicht gezahlt, sondern mit behaupteten Gegenforderungen verrechnet.“