Vergangene Saison hatten die beiden auf nachhaltige Mode spezialisierten Messen Green Showroom und Ethical Fashion Show noch im etwas abseits gelegenen Funkhaus stattgefunden. Der Veranstalter, die Messe Frankfurt, hatte sich dafür die ein oder andere Kritik gefallen lassen müssen. Vom 16. bis 18. Januar waren die grünen Messen daher in eine äußerst zentral gelegene Location gezogen: Das Kraftwerk Berlin am Rande der Köpenicker Straße in Kreuzberg.
Möglich geworden war der Umzug nicht zuletzt auch durch die engere Zusammenarbeit zwischen der Messe Frankfurt und der Premium Group, die im Kraftwerk zuvor ihre Damenmodemesse Show & Order veranstaltet hatte. Die beiden Veranstalter präsentieren in Kreuzberg nun gemeinsam die Fashiontech, Green Showroom und Ethical Fashion Show sowie das neue Konferenz-Format Fashionsustain.
Grüne Messen: Langer Mittwoch
Bei Ausstellern und Besuchern stieß der Location-Wechsel überwiegend auf positive Resonanz. „Ich bin sehr froh über den Umzug“, sagte etwa Sebastian Thies vom Schuhlabel Nat2. „Auch die engere Zusammenarbeit zwischen Premium und Messe Frankfurt trägt erste Früchte, es sind deutlich mehr traditionelle Premium-Besucher hierher gekommen.“ „Zufrieden“ lautete auch das Zwischenfazit von Florian Werner, der erneut mit Werner Schuhe im Green Showroom vertreten war. „Stand heute war es eine gute Messe. Auch wenn der Abend sicher sehr lang wird“ – eine Anspielung auf die so genannte Night Shift am zweiten Messetag, bei der Green Showroom und Ethical Fashion Show bis 21 Uhr geöffnet haben werden und während der auch die schon traditionelle Modenschau stattfinden wird. Mit dabei sind unter anderem Labels wie Graciela Huam, Lanius, Rhumaa, Sanikai und Wunderwerk.
Insgesamt stellen im Januar 2018 rund 170 Marken ihre Kollektionen für HErbst/Winter 2018/19 vor. Mit dabei auch Schuhlabels wie Ethletic, Nae, El Naturalista und Hobo. Des Weiteren gehören die Aspekte veganes Leder und Zertifikationen diesen Winter zu den Themenschwerpunkten der grünen Messen. So stellt etwa Johanna Fuoß von der Tierschutzorganisation PETA im Rahmen eines Vortrags Alternativen zu Leder vor, die sich beispielsweise aus Pflanzen, Pilzen und Zellkulturen zusammensetzen.
Verschiedene Nachhaltigkeitssiegel präsentiert Lydia Wiesnet vom IVN, während Ingrid Oomen von Woolmar, Michael Wolf von AEG und Designer Tim Labenda über deren Nutzen diskutieren werden. Abgerundet werden die Vorträge am 18. Januar ab 11 Uhr vom Talk der Fashion Changers unter dem Motto: ’Vom Konsumenten zum Prosumenten: Welche Macht haben KundInnen?‘.