Im Zuge der strategischen Neuausrichtung konzentriert die HR Group den Bereich der Logistik am Standort Thaleischweiler-Fröschen in Rheinland-Pfalz. In Folge dessen wird die Logistik am Standort in Osnabrück geschlossen und nach Thaleischweiler-Fröschen verlagert. Die Verlagerung der Logistik sei eine von mehreren Maßnahmen, bei der die HR Group die Weichen stellen will, um sich im hart umkämpften Schuhmarkt erfolgreich zu positionieren, teilt das Unternehmen mit. „Wir werden nur dann für die Zukunft gerüstet sein, wenn wir robust aufgestellt sind sowie schnell und flexibel im Markt agieren können“, sagt Wolfram Hail, CEO der HR Group. Gespräche zur künftigen Nutzung des Hochregallagers in Osnabrück werden laut dem Schuhhandelsunternehmen bereits mit Logistik- und Speditionsunternehmen geführt. In einem Teilbereich wurden Logistik- und Büroflächen bereits an ein Online-Kaufhaus ab Mitte August 2017 vermietet.
Doppelstrukturen abbauen
Es gelte, Doppelstrukturen abzubauen, erklärt Wolfram Hail gegenüber schuhkurier. „Wir verfügen in Thaleischweiler-Fröschen über die mit Abstand größten Kapazitäten und das gesamte Know-how.“
Interessant sei in diesem Zusammenhang, dass der Standort auf Einzelpaar-Logistik ausgerichtet sei. Bis Ende des Jahres soll der Umstrukturierungsprozess abgeschlossen sein. Die Doppelstruktur resultiert noch aus der Fusion des Familienunternehmens Hamm in Osnabrück mit dem Schuhfilialisten Reno aus dem Jahr 2005.
Rund 130 Arbeitsplätze gestrichen
Die beiden parallel bestehenden Standorte für die Logistik seien auf Dauer betriebswirtschaftlich unrentabel. Das bedeutet laut Wolfram Hail, dass insgesamt etwa 130 Arbeitsplätze von der Umstrukturierung betroffen sind, die vor allem in der Logistik, aber auch in der Verwaltung in Osnabrück angesiedelt sind. In diesen 130 Arbeitsplätzen sind etwa zehn inbegriffen, die in Thaleischweiler-Fröschen abgebaut werden. In Osnabrück sind derzeit noch 350 Mitarbeiter beschäftigt; in Thaleischweiler-Fröschen rund 310 Mitarbeiter.
Man werde alles dafür tun, um den Arbeitsplatzabbau sozialverträglich zu gestalten, so Hail weiter. Die Geschäftsleitung stehe bereits im Dialog mit dem Gesamtbetriebsrat, um im Interesse des Unternehmens und aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern eine bestmögliche sozialverträgliche Lösung zu finden. Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan sollen in Kürze starten. Zudem bemühe sich die Geschäftsführung auch um weitere Lösungen für die Mitarbeiter. So stelle die Geschäftsführung der HR Group Kontakte zu Unternehmen aus der Region her, die aktuell Arbeitsbedarf haben. Ohne Zweifel seien die Einschnitte hart, sagt Hail. „Wir sehen zur Zeit aber keine Alternative.“ Es sei wichtig, handlungsfähig zu bleiben.
Einen ausführlichen Bericht über die Veränderungen bei der Hamm Reno Group und die Pläne von Wolfram Hail lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 25/2017, die am 23. Juni erscheint.