Joesley Batista, CEO von J&F Investments, hatte heimlich ein Gespräch mit dem brasilianischen Präsidenten Michel Temer aufgezeichnet. Dabei ging es um Schmiergeldzahlungen. Diese Aufnahme wurde in einem weiteren Korruptionsprozess gegen Batista öffentlich. J&F soll bereit sein, im Rahmen eines Vergleichs rund 1 Mrd. Dollar zu zahlen. Die Staatsanwaltschaft fordert jedoch 3,3 Mrd. Dollar.
In diesem Zusammenhang hat J&F laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Finanzexperten beauftragt, einen Verkauf von Tochterunternehmen zu prüfen. Betroffen könnte in erster Linie der Schuhhersteller Alpargatas sein, zu dem u.a. die Marke Havaianas gehört. J&F hatte das Unternehmen, das 14 Schuhfabriken in Brasilien und acht weitere in Argentinien betreibt, erst Ende 2015 übernommen.
Dagegen scheint ein Verkauf JBS Couros nicht anzustehen. Das Tochterunternehmen von J&F gilt als der größte Lederproduzent der Welt und betreibt allein in Brasilien 17 Gerbereien. Hinzu kommen weitere Standorte in Italien, Vietnam, Argentinien und Uruguay.