Ob eine Woche, ein Monat oder eine Saison erfolgreich ist, hängt von vielen Faktoren ab: der allgemeinen Stimmung im Land, der Lust auf neue Mode, dem Wetter. Erinnern Sie sich noch an die hochsommerlichen Temperaturen im September 2023? Wer da winterliche Booties kaufte, musste schon ein dickes Fell haben – oder zu den wirklich frühen early birds der Mode gehören. Alle anderen bewegten sich maximal in Fußbettpantoletten Richtung Eisdiele. Dem ohnehin gebeutelten Schuhhandel, der die Pandemie und die Energiekrise mittelmäßig verwunden hat, verhagelte das die Stimmung gleich zum Start in die Saison. Immerhin, der Oktober sorgte für versöhnliche Töne. Denn es zeigte sich einmal mehr, was Händlerinnen und Händler seit Jahrzehnten kennen: Das Wetter – in diesem Fall herbstlich nass-kalt – bringt die Kunden ins Geschäft. Und der frühe Wintereinbruch im November kurbelte dann die Nachfrage nach warmgefütterter Ware mit Tex-Membrane ordentlich an.
Was in die eine Richtung funktioniert, geht allerdings auch anders herum. Denn die fast frühlingshaften Temperaturen – und der Dauerregen – vor Weihnachten brachten die Konsumneigung zumindest im Schuhhandel vielerorts fast zum Erliegen. Da halfen dann auch die groß angelegten Rabattaktionen nicht. Händlerinnen und Händler berichten von einer großen Verunsicherung und Zurückhaltung der Konsumenten. Viele seien preissensibel und überlegten lange vor dem Kauf. Vor allem im Outdoorund im Kinderschuhbereich komme es zu Diskussionen, weil Verbraucher angesichts der aufgerufenen Preise schlucken müssen.
Es gibt aber auch Hoffnung: Ausgefallene Styles, elegante Modelle und das Besondere funktionieren. „Die Kunden danken es einem, wenn man Mut zur Mode hat“, schilderte ein Händler seine Erfahrungen. Was gefällt (und passt), wird gekauft. Im Zweifel auch für den Zehner mehr. Das sollte dem Handel zum Start in die neue Orderrunde Mut machen: Mut, ruhig auch einmal Neues auszuprobieren, ausgefallene Styles zu berücksichtigen und der Mode mehr Raum zu geben.