Internationaler Zuspruch steigt
Matthias Herr ist nicht der einzige Aussteller, aus dessen Sicht es in den Hallen ruhiger zugeht als früher. Kein Wunder angesichts der Marktbereinigung: Vor allem kleinere Lederwarenfachgeschäfte sind in den letzten Jahren vom Markt verschwunden. Der Strukturwandel hinterlässt seine Spuren. Außerdem standen Händler mit Schulranzen-Schwerpunkt teilweise am Samstag selbst im Geschäft. Es herrscht Hochsaison, und die Personalsituation ist vielfach angespannt.
Somit lässt sich ein scheinbarer Widerspruch aufgrund unterschiedlicher Zielgruppen erklären. Denn laut den Angaben der Messe Offenbach befindet sich die ILM im Vergleich zum Vorjahr im Aufschwung. Vor allem international habe sie zugelegt und am ersten Tag ein zweistelliges Besucherplus verzeichnet. Insgesamt liege der internationale Besucheranteil bei fast 30 Prozent. Die Einkäufer kamen aus 52 Ländern nach Offenbach. Dazu gehören die europäischen Nachbarn, aber auch die USA sowie Länder im Nahen und Mittleren Osten sowie Asien. Klar ist aber auch: Insgesamt liege die Frequenz 20 Prozent unter der Vor-Corona-Zeit, führt Arnd Hinrich Kappe auf Nachfrage von LR aus.
„Die ILM ist das Wohnzimmer der Branche. Wir bringen zusammen, was zusammengehört: Aussteller, Händler und Designer. Alle kommen nach Offenbach“, resümiert daher Messe-Geschäftsführer Arnd Hinrich Kappe.
L.Credi-Geschäftsführer Florian Straßmeier bestätigt: „Samstag und Sonntag waren gute Tage. Wir sind positiv überrascht. Die Kunden haben zwar verhalten geschrieben. Aber die Tasche bewegt sich in die richtige Richtung.“
Andreas Kauers, Area Manager von The Bridge und Piquadro, bilanziert: „Angesichts der komplexen Situation lief es alles in allem gut.“ Es sei noch viel Ware in den Geschäften. Zudem gebe es Unsicherheit über die Entwicklung der Abverkäufe. Bei der Vororder sei der Handel daher vorsichtig. Das Feedback der Einkäufer stimmt ihn aber positiv. „Unsere Kollektionen sind gut angekommen.“
Ebenfalls zuversichtlich blicken die Gepäckspezialisten in die Zukunft. Wir glauben an ein gutes Jahr“, sagt Samsonite-Chef Dirk Schmidinger, auch wenn der Januar im Handel schwach gewesen sei.