Die Sanierung des Unternehmens laufe nach Plan; ebenso erfolge unverändert der Verkauf der Schuhkollektionen von Groundies und die Shops und Stores seien geöffnet, teilt der Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun mit. „Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung von EOD wird der Einstieg eines neuen Investors sein. Hierfür liegen mir bereits mehrere Angebote von Übernahme-Interessenten vor. Das ist ein Beleg für ein Unternehmen mit attraktiven Produkten und einer im Markt etablierten und bekannten Marke“, sagt der Insolvenzverwalter.
„Das Interesse an einer Übernahme des Barfußschuh-Händlers ist groß und die Gespräche mit den potentiellen Investoren verlaufen gut und konstruktiv. Auch deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass wir eine tragfähige Lösung für EOD finden werden.“ Er gehe von einem Abschluss der Gespräche in den kommenden Wochen aus, so Pehl: „Wir streben an, dass die Herbst-/Winter-Kollektion der Marke Groundies bereits mit dem neuen Investor verkauft wird.“
EOD hatte zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags den Onlineshop vorübergehend geschlossen. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass mehrere Hundert Kundinnen und Kunden von der Insolvenz betroffen waren, weil Schuhe nicht ausgeliefert bzw. Retouren nicht erstattet werden durften, die sie vor dem Insolvenzantrag bestellt hatten. „Auch wenn EOD und ich das bedauern, handelt es sich rechtlich gesehen bei diesen Vorauszahlungen oder Retouren der Kundinnen und Kunden um Insolvenzforderungen“, erläutert der Insolvenzverwalter. „Die Insolvenzordnung legt fest, dass solche Forderungen erst mit der heutigen Eröffnung des Verfahrens zur Insolvenztabelle angemeldet werden können.“ EOD werde diesbezüglich auf die Kunden zugehen.
Die Insolvenz des Unternehmens lässt sich laut dem Insolvenzverwalter mit der Corona-Pandemie und der anschließenden Krise, bedingt durch den Krieg in der Ukraine, begründen. EOD habe den Turnaround nicht geschafft.
Am Ende des Verfahrens schüttet der Insolvenzverwalter die freie Insolvenzmasse an die Gläubiger aus. Je nach Umfang der Insolvenzmasse ergibt sich daraus eine bestimmte Quote, mit der diese Insolvenzforderungen befriedigt werden können. Die Höhe dieser Quote könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös bestimmt werden, da sie von diversen Faktoren und dem weiteren Verlauf der Investorensuche abhänge. Auch im Hinblick auf Gespräche mit potenziellen Investoren müsse er um Geduld bitten, erklärt Pehl.
Die rund 80 Mitarbeitenden erhalten nach Ende des dreimonatigen Insolvenzgeldzeitraums ihre Löhne und Gehälter wieder in voller Höhe von EOD.
Goetz Herzog gründete EOD im Jahr 2007. 2018 bezog das Multichannel-Unternehmen einen neuen Hauptsitz in Freiburg im Breisgau. EOD entwickelt und vertreibt Barfußschuhe der Marke Groundies in 194 Ländern über einen eigenen Online-Shop oder Shopping-Plattformen. Mit rund 80 Mitarbeitenden erwirtschaftet EOD einen Umsatz von rund 19 Mio. Euro.