In seiner aktuellen Ausgabe berichtet der ‘Spiegel’ über die Konsequenzen, die sich für den Konzern ergeben könnten: ein radikaler Sparkurs – oder eben doch die Insolvenz. „Unser aktiver Gesellschafter tut nichts, um uns zu helfen“, wird Karstadt-Finanzchef Miguel Müllenbach im Spiegel zitiert. Für jede 100 Euro Umsatz, die das Unternehmen erwirtschaftet, müssen nach den Worten des Finanzers 2,60 Euro zugeschossen werden. Die liquiden Mittel sollen sich um die 100 Mio. Euro bewegen. „Die Blutung muss gestoppt werden“, soll Müllenbach auf einer internen Sitzung in Essen gesagt haben, „aber es gibt keinen Investor, der da ein Pflaster draufmacht.“
Der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Fanderl will nun, wie bereits berichtet, die unausweichliche Sanierung angehen. Wie es in dem Spiegel-Bericht weiter heißt, erwirtschaften 23 der 83 Filialen Verluste. Warenlieferungen im Wert von 60 Mio. Euro sollen storniert worden sein. Der Warenkreditversicherer Euro Delkredere soll zwar die Geschäfte bis Ende des Jahres abgesichert haben – allerdings nur, weil ihm als Sicherheit 150 Mio. Euro geboten wurden; dies sei die zweite Tranche des Kaufpreises für die Premium- und Sporthäuser, die René Benko bis Jahresende zahlen muss, heißt es in dem Bericht weiter. Benko besitzt mit seiner Investmentfirma Signa die Mehrheit der Premium- und Sporthäuser sowie 21 Immobilien und von Karstadt – darunter 18 Warenhäuser. Der Signa-Deal sei die „Lebensversicherung für Karstadt“, soll die Geschäftsführung des maroden Essener Traditionsunternehmens ihren Mitarbeitern vergangene Woche mitgeteilt haben.
Nun soll an Kostenschrauben gedreht werden: Sieben bis acht Mio. Euro sollen an Sachkosten eingespart und Personalkosten drastisch reduziert werden. Allein letztere schlagen mit 20% zu Buche. Ende September endet das Geschäftsjahr des Konzerns.
Nicolas Berggruen gibt zu den Entwicklungen weiterhin keine Stellungnahme ab.