schuhkurier: Herr Dr. Terberger, Sie unterstützen Ihre Mitgliedsunternehmen ganz konkret dabei, weitere Segmente, etwa Taschen oder auch Schuhe, mit ins Sortiment aufzunehmen?
Dr. Daniel Terberger: Man kann heute oft dem Verbraucher nicht mehr plausibel machen, dass er im Modehaus keine Schuhe kaufen kann. Daraus ergibt sich doch automatisch eine unternehmerische Chance. Der Kunde hat ein Bedürfnis! Das muss man nicht erst wecken – es ist schon da! Wenn wir vor Ort ein Modehaus begutachten, dann stellt sich heute einfach die Frage: Muss es für den gewünschten neuen Impuls die zehnte Kombimarke sein? Oder sollte es vielleicht die erste Schuh-Offerte sein?
Wir haben aus dieser Logik heraus ein Dienstleistungsangebot entwickelt. Wenn unsere Kunden uns fragen, müssen wir dem entgegen kommen. Und wir müssen alles tun für eine rentable Zukunft. Also sorgen wir für die nötige Infrastruktur, um unsere Mitglieder gegebenenfalls auch auf diesem Weg begleiten zu können. Das kann intellektuell oder konzeptionell sein, es kann aber auch darin bestehen, dass wir geeignete Schuhmarken finden, oder auch in der Regulierung.
sk: Wann passen Schuhe ins Gesamtangebot?
Dr. Daniel Terberger: Das muss man standortbezogen analysieren. Modehäuser in Mittelstädten, mit Flächen um die 2.000 qm, mit etwas zu niedrigen Frequenzen und sich daraus ergebenen ausbaufähigen Umsätzen – denen könnten wir beispielsweise empfehlen, mit einer Marke wie Tamaris oder S.Oliver auf kleiner Fläche den Start zu wagen. Einem Modehaus mit 5.000 qm Fläche in einer Mittelstastadt könnte man unter speziellen Umständen dazu raten, gleich ein ganzes Stockwerk mit Schuhen zu konzeptionieren. Bei einem Händler in der Kölner Innenstadt mit 2.000 qm wären Schuhe aber möglicherweise das letzte, wozu ich raten würde. Da sind 2.000 qm alleine kaum ausreichend, um im Bekleidungssegment Kompetenz zu zeigen. Immer muss man auch berücksichtigen, wer die Kunden der Händler sind. Auch die Schuhe müssen den Ansprüchen dieser Verbraucher entsprechen. Unsere Kompetenz liegt darin, unseren Mitgliedern bei der Entscheidung zu helfen, ob Schuhe zum Sortiment passen, und wenn ja: wie groß das Schuhangebot sein sollte und welche Marken dazu gehören könnten.
sk: Wieviele Ihrer fast 400 Mitgliedsunternehmen kommen Ihrer Ansicht nach für ein Schuhangebot in Frage?
Dr. Daniel Terberger: 50% der Katag-Partner haben sicher von ihrer lifestyligen Ausrichtung her ein entsprechendes Potenzial. Möglicherweise sind es sogar noch mehr.
Das vollständige Interview mit Dr. Daniel Terberger lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 8