2.100 Quadratmeter Verkaufsfläche. Neueste Lichttechnik. Aufwändiger Ladenbau, der auch digitale Elemente berücksichtigt. Ein Markenangebot für Damen und Herren mit allem, was Rang und Namen hat. Nicht schlecht, was die Schuhhändlerfamilie Leinweber da auf die Beine gestellt hat. Und das an einem Standort, der zu den teuersten in Deutschland gehört. Tauentzienstraße 5 in Berlin, schräg gegenüber vom KaDeWe, die Gedächtniskirche im Blickfeld. Hier, wo ansonsten nur H&M, Zara und Uniqlo sowie internationale Marken wie Adidas ihre beeindruckenden Stores eröffnen und klassische Händler höchstens eine Chance haben, wenn ihnen die Immobilie gehört oder sie zum Vermieter einen extrem guten Draht haben, hier setzen Leinwebers jetzt also noch einen drauf. Vier Monate dauerte die Umbauphase bei laufendem Betrieb, eine erhebliche Summe wurde investiert, siebenstellig, und aus zwei benachbarten Laden-lokalen, die das Unternehmen bislang mit den Konzepten ShoeCity und Aktiv Schuh bespielte, wurde ein Store, der in Sachen Schuhe keine Wünsche offen lassen soll. Wer sich nur ein wenig auf dem Immobiliensektor auskennt, weiß: Das hier ist kein Schnäppchen. Und so drängt sich einmal mehr die Frage auf: Wie machen die das?
Standort gewinnt an Wert
Dass das Konzept von ShoeCity am Tauentzien funktioniert, dafür spricht einiges. Beispielsweise die Tatsache, dass ein weiterer Zuzug internationaler Marken und Filialisten zu erwarten ist – und damit eine weitere Aufwertung des Standortes. Zum Anderen die herausragende Auswahl an Marken, die auch auf die Wünsche und Bedürfnisse der vielen Berlin-Touristen abgestimmt ist. Und schließlich das Gefühl: Obwohl hier abends gefeiert werden soll, ist das Geschäft am 12. Mai normal geöffnet. Den ganzen Nachmittag über herrscht Betrieb im Laden. Das Personal ist permanent in Bewegung und hat ordentlich zu tun.
Was aber wohl die wichtigste Basis für den Erfolg des neuen ShoeCity-Auftritts sein dürfte, ist die enge Zusammenarbeit der Händlerfamilie mit der Industrie. Bewusst hob Geschäftsführer Marc Leinweber in seiner Eröffnungsrede vor zahlreichen Gästen hervor, dass man die partnerschaftliche Kooperation mit den Lieferanten für unverzichtbar halte. An einem Standort wie Tauentzien sehen die Händler keineswegs nur den aufmerksamkeitsstarken Auftritt ihres eigenen Unternehmens, sondern auch die prominente Bühne, die sie ihren Marken zur Verfügung stellen. Es klingt fast wie ein gemeinsames Statement, das hier abgegeben wird. Zwischen all den internationalen Brands und Filialisten im Herzen Berlins: der deutsche Schuhhandel. Gleichwohl lassen die umtriebigen Händler keinen Zweifel daran, dass die Zusammenarbeit mit der Industrie durchaus noch ausbaufähig sei. Man will schnell sein und effizient. Neue Wege gehen und eingetretene Pfade verlassen. Und weiter gemeinsam erfolgreich sein.