Vor rund fünf Jahren startete Jutta Wolsky in das Abenteuer Selbstständigkeit. In Meerbusch bei Düsseldorf eröffnete sie einen Second-Hand Laden. Nach und nach veränderten sich jedoch der Charakter des Geschäfts und damit auch das Sortiment. Anfang Februar erfolgte nun der nächste Schritt in der Entwicklungsgeschichte der ‘Klamottenlotte’: Das Geschäft zog in eine bessere Lage, das neue Ladenlokal liegt deutlich zentraler. “Das neue Geschäft ist deutlich heller und freundlicher, das haben mir bereits mehrere Kunden gesagt.”
Vor dem Einzug hat Jutta Wolsky eine umfassende Renovierung durchgeführt. Böden und Wände wurden bunt und kinderfreundlich gestaltet. Und auch am Sortiment wurde gefeilt. Von Second Hand Ware hat sich die Inhaberin endgültig verabschiedet, dafür wurde im Gegenzug eine Jeans-Ecke eingerichtet. Das Angebot richtet sich vom Baby über das Klein- bis zum Grundschulkind.
Dekoration ist wichtig
Kamen die Kunden früher meist ganz gezielt in ihr Geschäft, hat sich die Frequenz durch die bessere Lage bereits nach wenigen Tagen spürbar erhöht. Vor allem die lange Schaufensterfront erweist sich dabei als ein ‘Lockmittel’ für die Passanten. Entsprechend großen Wert legt Jutta Wolsky daher auf eine ansprechende Dekoration. “Es ist mir wichtig, dass sich die Dekoration in kurzen, regelmäßigen Abständen verändert, um immer wieder neue Kauf-impulse zu setzen”, sagt die Inhaberin. Dazu arbeitet sie mit einer professionellen Visual Merchandiserin zusammen, die das Sortiment immer wieder neu in Szene setzt.
Mehr Platz für Schuhe
Besonders glücklich ist Jutta Wolsky, dass sie sich in den neuen Räumlichkeiten verstärkt ihrer Leidenschaft für Kinderschuhe widmen kann. “Endlich kann ich die Schuhe richtig präsentieren und in Szene setzen”, sagt sie. Anstelle von Kartonstapeln zeigt sie die Schuhe für Jungs und Mädchen heute auf einer zentralen Treppe.
Dabei arbeitet Jutta Wolsky ausschließlich mit mittelpreisigen Lieferanten zusammen, Schuhe unter 50 Euro findet man hier vergebens. Ganz bewusst überlässt sie diese Preislagen den großen Filialisten, sie will sich dagegen durch Qualitätsprodukte auszeichnen, die durchaus ihren Preis haben dürfen. Unter anderem arbeitet sie mit den Marken Mikki by Jopper, Hip Shoes, Unisa, Primigi und Pom Pom zusammen. Besonders erfolgreich ist zudem die Marke Converse, der Jutta Wolsky eine ganze Wand widmet. “Ich habe mir hier im Ort den Ruf erarbeitet: Bei der Klamottenlotte gibt es etwas Gutes! Das möchte ich nicht aufs Spiel setzen, indem ich Kompromisse beim Preis oder bei der Qualität mache.” Im Übrigen passt sich das Sortiment der ‘Klamottenlotte’ den Bedingungen vor Ort an, Meerbusch vor den Toren der Landeshauptstadt Düsseldorf gilt als privilegierter Standort mit großer Kaufkraft. So wird hier der Schuhkauf schnell zur Prestigesache.
Generell ist sie neuen Marken sehr aufgeschlossen, dabei betreibt sie regelmäßig unter ihren Kundinnen ‘Marktforschung’. “Ich frage die Mütter, von denen ich weiß, dass sie sich für Mode interessieren, ganz gezielt nach den bevorzugten Marken und mache mich dann auf die Suche. Wenn diese Marken zu meinem Sortiment passen, gebe ich ihnen eine Chance.” Für die kommende Herbst/Winter-Saison plant sie etwa erstmals die Aufnahme eines kleinen Damenschuhsortiments. Sie suche dafür “den universell einsetzbaren Schuh für Mütter”.
Zeit ist kostbar
Kinderschuhe zu verkaufen, ist zeitintensiv. Daher denkt Jutta Wolsky, die derzeit das Geschäft noch ganz allein betreibt, an personelle Verstärkung. Gerade in den Boom-Phasen, wenn alle Eltern scheinbar gleichzeitig mit ihren Kindern zum Schuhkauf aufbrechen, könne sie Unterstützung gebrauchen. Schließlich wolle sie keinen Kunden warten lassen. “Ich kann sehr gut nachvollziehen, warum mehr und mehr Schuhhäuser auf Kinderschuhe verzichten. Im Vorbeigehen ist ein Kinderschuh weder ge- noch verkauft”, erklärt sie und berichtet von Kunden, die für einen Schuhkauf viermal das Geschäft besuchen…