Davor, wie die Kinder auf sie reagieren würden, hatte die Keks-Inhaberin vor der Eröffnung den größten Respekt, erinnert sie sich: „Aber schon nach der Eröffnungsfeier waren diese Sorgen weg. Wenn man einmal ein paar Stunden mit den Kindern redet und in ihre Welt eintaucht, fühlt sich alles sehr natürlich an.“ Die Eröffnungsfeier im Oktober an einem Samstag mit schönem Wetter habe den Laden direkt gut beworben. Im Vorfeld der Eröffnung wurde in der Nachbarschaft auf sich aufmerksam gemacht. Vor allem sind Leute aber über Instagram und Eltern-Whatsapp-Gruppen auf den neuen Laden aufmerksam geworden. Eltern seien sehr gut vernetzt, es bestehe ein regelrechter Community-Gedanke, der vom Kinderschuhladen aufgenommen werden muss. Wer auf eine persönliche Ebene mit den Eltern kommt, wird oft weiterempfohlen und dass der Kinderschuhkauf für die Eltern ein emotionales Thema ist, wird beim ersten Schuh klar, der dem Kind gekauft wird: „Der erste Schuh ist ein richtiges Event. Da kommt die ganze Familie.“
Der Laden ist insgesamt 40 qm groß, die Fläche nimmt davon 25 qm ein. Der Rest ist Lagerfläche. Auf der recht kleinen Fläche kann es schnell voll werden, wenn auch nur zwei Familien im Laden stehen. Gerade am Samstag stünden schon mal vier Familien vor dem Laden, wenn er um 10 Uhr öffnet. Cerulla versucht, den Andrang etwas zu entzerren. Wer im Vorfeld einen Termin vereinbart, wird auch schon vor Öffnung bedient. Manchmal wird auch bei Instagram angekündigt, wenn der Laden mal früher öffnet. Geplant ist für die Zukunft ein Kinderwagenparkplatz vor dem Geschäft. Um ohne viel Platz zum Ausbreiten die Kinder zur Ruhe zu bringen, hilft der Koffer mit Spielzeug, Stofftieren und Klemmbausteinen aus Holz. Auch bei der Wahl des Spielzeuges versucht Cerulla, Hersteller aus der näheren Umgebung zu unterstützen. Am besten das Vertrauen der Kinder gewinnen kann der kleine, bunte Holzroboter, der an der Kasse steht und noch keinen Namen bekommen hat, aber schon viele Kinder erfreut. So klein wie der Laden ist auch die Belegschaft, doch das Ziel ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich an einer noch neuen Arbeitsstelle ausprobieren und ausleben zu können, so Cerulla: „Die Menschen, die hier arbeiten, sollen sich den Job gestalten können.“ Deswegen stößt ab August zum ersten Mal eine Auszubildende zu Keks dazu, wo zurzeit meistens Vera Cerulla auf der Fläche steht. Mutter Ingrid hilft manchmal aus, ist aber vor allem in ihrer Agentur aktiv. Wenn Not am Mann hilft auch Veras Partner Magnus Frevert, außerdem arbeiten Aushilfskräfte mit.