Vor einer Woche herrschte noch die blanke Angst. Energiekostensteigerungen um das Fünffache oder sogar mehr raubten vielen Händlern den Schlaf. Nicht nur, weil schlicht niemand wusste, wie dieser Preisanstieg zu bezahlen sein könnte. Sondern auch, weil derart massiv zulegende Gas- und Stromkosten die Konsumlust wohl endgültig zum Erliegen bringen dürften.
Inzwischen ist klar, dass es keine Gasumlage, sondern einen Abwehrschirm geben wird. Und auch wenn dieser noch konkrete Formen annehmen muss, so hat allein dessen Ankündigung schon viel erreicht. Die Erleichterung im Handel war schon vergangenen Donnerstagabend spürbar, als in Esslingen die Übernahme des Schuhhaus Fischer durch den Filialisten Schuh-Beck gefeiert wurde.
„Das ist ein gutes Signal“, lautete das einhellige Urteil der Gäste aus der Branche. Jetzt könne man doch etwas optimistischer auf die kommenden Monate blicken. Indem die Politik bei den Energiekosten eingreift, werden die Konsumenten ein Stück weit entlastet. Das dürfte dem Handel zugute kommen. Klar ist aber auch: Ein Rundum-Sorglos-Paket wird in Berlin nicht zusammengeschnürt. Es wird weiterhin darauf ankommen, Energie, wo immer möglich, einzusparen.
Unterdessen hat sich der September aus Sicht des Handels von seiner Schokoladenseite gezeigt. Der teils plötzliche Wetterumschwung sorgte für gute Frequenzen. Ob nun reine Bedarfsdeckung oder Lust auf neue Schuhe – es lief gut in vielen Geschäften. Trotz der insgesamt düsteren Großwetterlage.
Wenn es nun zeitnah eine gewisse Entspannung bei den Energiekosten geben wird, könnte das zusätzlich positiv wirken und erfahrene Branchenmitglieder bestätigen, die ihre ganz eigene Formel entwickelt haben: Krisenjahre sind gute Schuhjahre.