Das ist eine schwer zu beantwortende Frage, wenn man – wie die Autorin – in einer Stadt lebt, in der das größte Übel die Baustellen der sich immer wieder neu erfindenden City und die schieren Menschenmassen sind, die zum Shopping am Wochenende aus dem Umkreis herkommen. Für eine Stadt wie Düsseldorf ist es vergleichsweise einfach, den Wegfall von Galeria-Standorten zu verkraften. Wer sich das Gebäude der ehemaligen Filiale an der Berliner Allee anschaut, trifft dort nun auf einen Lebensmitteleinkaufstempel der besonderen Art, Sternerestaurant inklusive. Ein Prestigeobjekt, dass dank des mehrstöckigen Parkhauses eine Anziehungskraft über die Büros der Umgebung hinaus hat. Was passiert aber nun mit Städten, deren Galeria-Filiale tatsächlich der Nahversorgungspunkt für die Kunden ist? Oftmals bieten die Warenhäuser am Ende eben doch Produkte, die es sonst – selbst in einer Stadt wie Düsseldorf – nirgends gibt. Aber wenn Christoph Berger im Fashionconsult-Meeting davon spricht, dass wir uns in einer Zeit der Post-Industrialisierung befinden, aber unsere Städte für eine Gesellschaft der Industrialisierung ausgelegt sind, dann hat er damit Recht. Die Bedürfnisse einer Stadtbevölkerung haben sich zum Teil gewandelt. Diesem Wandel Rechnung zu tragen, ist schwer. Denn egal bei welcher Überlegung man am Ende ankommt: Sie muss finanzierbar sein. Die Filialen von Galeria gehören – auch größentechnisch – zu einem Unternehmen, dass allgemeinhin als „too big to fail“ gilt. Wer die in die Jahre gekommenen Gebäude modernisieren oder umbauen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Aber auch konstant hohe Mietpreise verhindern die Ansiedlung von neuen Konzepten für die Innenstädte. Viel zu lange haben einige wenige gutes Geld damit verdient. Die Forderung, dass diese nun den dringend benötigten Wandel bezahlen sollen, ist dabei nur gerechtfertigt.