Für Oktober zeigt das Konsumklima der GFK einen Wert von 9,9 Punkten und damit 0,2 Punkte mehr als im September. Damit kann das Konsumklima wieder zulegen. Der Beschluss der EZB, den Zins für das Verwahren kurzfristig nicht benötigter Gelder der Geschäftsbanken von -0,4 auf -0,5% abzusenken sowie das Anleihekaufprogramm im Umfang von 20 Mrd. Euro monatlich wiederaufzunehmen, hat auf der einen Seite die Anschaffungsneigung klettern, auf der anderen Seite die Sparneigung auf den niedrigsten Stand seit April 2016 abrutschen lassen. Offenbar befürchten Konsumenten, dass die Geschäftsbanken künftig auch für Privatanleger einen Strafzins erheben könnten. „Somit bleiben die Voraussetzungen bestehen, dass die Binnennachfrage trotz der schwächelnden Weltkonjunktur eine wesentliche Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bleiben kann“, heißt es in der Analyse. Ob dies nachhaltig sei, würden die kommenden Monate zeigen. Wenn der Arbeitsmarkt nicht stabil bleibe und ein spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit drohe, würde das auch der Konsumkonjunktur einen deutlichen Dämpfer verpassen.
Nach wie vor ist das Risiko einer Rezession nach Einschätzung der Konsumenten nicht gebannt. Der Handelskonflikt mit den USA sowie die ungeklärte Frage, ob Großbritannien mit oder ohne Abkommen aus der EU austreten wird, betrifft vor allem die exportorientierten Unternehmen sowie deren Zulieferer, wird aber sicherlich auch auf die übrige Wirtschaft ausstrahlen. Sollte die deutsche Wirtschaft nach dem Minus im zweiten Quartal auch in der Folgeperiode schrumpfen, wovon inzwischen viele Experten ausgehen, würde man von einer technischen Rezession sprechen.