Fragen über Fragen, die es zu klären gilt: Wie lassen sich Schuh- und Modehandel vereinen, welche Möglichkeiten bieten digitale Werkzeuge und über welche Wege lässt sich die Kundenbeziehung weiter vertiefen? Diese und viele weitere Themen besprach die Branche in verschiedenen Talks – ohne jemals das Konstruktive und Produktive aus den Augen zu verlieren. Denn so wie es in unserem Artikel zur Veranstaltung heißt: „Es gab Information und Reflektion, Ideen und Erfahrungen, Ziele und Konzepte, Motivation und gute Gespräche zuhauf.“ Und das ist letzten Endes das, worauf es bei einem solchen Kongress ankommt. Vorne stehen und sprechen, das können die meisten; eine gebeutelte Branche ansprechen, erreichen und sogar zu motivieren, ist dagegen fast schon eine Kunst.
Genau das haben die vielen Teilnehmenden geschafft: Seien es Julia Huber (Anni&Otto) und Bianca Both (Desenrasco), die mir im Gespäch erklärten, wieso man ausgerechnet jetzt auf die Idee kommt, ein Schuhgeschäft zu eröffnen, oder Annabell Penciulescu (P+P Schuhvertrieb) und Lisa Volk-Winterer (Schuh Volk), die sowohl von ihrem Einstieg in die Branche als auch von der Übernahme des Familienbetriebs sprachen: Die Schuhbranche lebt, und es ist gut, dass es diese Menschen gibt, die einen daran erinnern. Armin Weger von Engelhorn sprach davon, das Schuhsegment erheblich ausbauen zu wollen. Bis zu 30% des Gesamtumsatzes seien das Ziel, Schuhe seien für den „Total Look“ essenziell. Genauso essenziell ist der Handel für Astormueller-CEO Tim Müller, der im Gespräch mit meiner Kollegin Petra Steinke erzählte, wohin die Reise mit der Traditionsmarke Salamander gehen soll: ein neues Image, angepasste Preislagen und ein neues Vertriebsteam. Hier kommt der stationäre Handel ins Spiel, denn dieser sei bei den Plänen der wichtigste Partner.
Bei den vielen Talks, Vorträgen und Diskussionsrunden zeigt sich, wie lebendig – aber vor allem, wie optimistisch – die Branche und die Teilnehmer sein können. Und zu lernen gab es dabei auch einiges: Was Kuchen backen mit Kollektionsplanung zu tun hat und welche Weisheiten die Großmutter von Marcus Höhne für den Schuhhändler parat hielt, erfahren Sie in dieser Ausgabe.