Lewin Berner spricht über die Herausforderungen im Schuhhandel
Interview
Das Walheimer Unternehmen Sioux setzt auf eine intensivere Partnerschaft mit dem Handel. Im Gespräch mit schuhkurier erklärt Geschäftsführer Lewin Berner, was er damit konkret meint.
22.02.2017
Petra Salewski
2 Minuten
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Herr Berner, wie ist das Jahr 2016 für Sioux gelaufen?
Wir haben in der Gruppe die Umsätze leicht steigern können. Dies erfolgte gegen den Trend in einem rückläufigen Gesamtmarkt. Wir haben im Gegenzug aber auch sehr viel getan und Rekordsummen in Endkundenwerbung gesteckt. Der Relaunch des Grashoppers 2016 hat uns zusätzlich etwas Rückenwind gegeben. Wir freuen uns über Neukunden und zurückgewonnene Bestandskunden im Markt.
Was erwarten Sie vom Jahresverlauf 2017?
Das Jahr 2017 wird für die Schuhbranche auch wiederum ein schwieriges werden. Denn die Rahmenbedingungen werden sich nicht ändern. Wir planen aufgrund unserer Maßnahmen dennoch ein kleines Wachstum.
Die Lage im Schuhhandel ist aktuell angespannt. Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Herausforderungen und deren Ursachen?
Es hat sich ein richtiggehender Sturm zusammengebraut. Es sind gleich vier ’Tiefdruckgebiete‘, die aufeinandertreffen: starkes Wachstum der Online-Spezialisten, merkliche Frequenzrückgänge in den Innenstädten, Verlagerung von Konsumnachfrage aus Bekleidung und Schuhen in andere Bereiche und stark rückläufige Risikobereitschaft von Finanzinstituten und Kreditversicherern in der Schuh- und Bekleidungsbranche. Da braut sich also einiges zusammen.
Muss unter diesen Bedingungen die Zusammenarbeit/Partnerschaft zwischen Industrie und Handel gesehen und neu gedacht werden?
Das sehe ich absolut so. Wir sitzen in dem Sturm ja durchaus im selben Boot. Wir haben selbstredend gemeinsame Hausaufgaben, am Ende geht es darum, die Kapitalbindung zu vermindern und die Flächenproduktivitäten und vor allem die Flächenprofitabilitäten nach oben zu bekommen. Das bedeutet, dass wir gemeinsam die Order- und Lieferrhythmen optimieren müssen und viele Dinge ’just in time‘ laufen müssen. Dem Nachordergeschäft fällt eine größere Rolle zu. Und wir müssen industrieseitig den Handel besser unterstützen, Lifestyle, Mode und Stilwelten zum Kunden hin zu transportieren. Wir tun das seitens Sioux durch Nachlieferprogramme und durch hochwertiges Marketing- und Bildmaterial für den POS sowie durch starke Mediaunterstützung, um Nachfrage nach bestimmten Styles zu generieren. Und wenn es darum geht, Flächen zu bespielen und für den Endkunden interessant zu machen, so haben wir hier auch einige attraktive Aktivitäten für die Fläche, wie z.B. die Individualisierung von Grashoppern durch Graffiti-Künstler.
Das ausführliche Interview mit Lewin Berner, dem Geschäftsführer von Sioux, finden Sie in schuhkurier Ausgabe 08/2017.