2020 sei eine „absolute Katastrophe“ gewesen und auch 2021 schlechter als erwartet, resümiert Lloyd-Geschäftsführer Andreas Schaller. Bereits im Januar hatte er von Umsatzrückgängen zwischen 35 und 38% in 2020 berichtet. Weitere Zahlen nannte Schaller im Rahmen der Kollektionspräsentation F/S 2022 nicht. Nur soviel: Er wolle nicht die Vergangenheit beweinen, sondern lieber die Zukunft gestalten. Nach dem aktuellen „Übergangsjahr“ werde das Unternehmen daher mit positiver Energie durchstarten.
Intensiv habe das Lloyd-Team in den zurückliegenden Monaten an einem Strategiekonzept gearbeitet, das unter anderem Maßnahmen im Marketing und in der Kollektionsentwicklung umfasst. So wurde etwa an einer Selektierung von Kollektion und Kundengruppen gearbeitet (Herrenschuhbereich: Basic und Premium sowie on Top das Segment „Image“; der Damenschuhbereich ist ausschließlich selektiv organisiert). Bereits in der neuen F/S 2022-Herren-Kollektion bildet sich die Segmentierung ab. Ziel soll eine Stärkung der Marke insgesamt, aber auch eine deutlichere Positionierung im Premium-Segment sein. Um letztere sicherzustellen, habe das Produktmanagement, so Schaller, in den Kollektionen für Damen und Herren neue Impulse gesetzt. Für H/W 2022 sind Vereinbarungen mit den Kunden im Handel geplant, die die künftige Zusammenarbeit regeln sollen. Während der Basic-Bereich der Kollektion weiterhin allen Händlern zur Verfügung stehen soll, wünscht man sich im Premium-Segment ein gewisses Commitment der Händler.
Das Online-Geschäft von Lloyd hat sich nach Angaben von Andreas Schaller in den zurückliegenden Saisons sehr gut entwickelt. Aktuell sei auch stationär ein positiver Kurs erkennbar. Auf Basis von 2019 sehe man sich auch bei den eigenen Stores „auf einem guten Weg“, so Schaller. Spürbar sei zurzeit, dass die Nachsortierung vor allem aus dem Textilhandel merklich zunehme. Die Corona-bedingten Einbußen in diesem Segment hätten „wehgetan“, berichtet der Lloyd-Geschäftsführer. Vor allem im Textilhandel steige derzeit auch die Nachfrage nach Anlass-Ware. „Darauf setzen wir sehr“, so Schaller. Besonders das Basisprogramm sei so aufgestellt, dass man voll nachsortierfähig sei. Dabei seien bereits umgesetzte Prozessoptimierungen sehr hilfreich. Eine erwartete steigende Nachfrage im Business-Bereich könnte aus Sicht von Andreas Schaller zu Materialknappheit führen. Dafür sei das Unternehmen gerüstet und habe mit der Bevorratung von Materialien vorgesorgt.