Viele Männer sind Schuhmuffel. Das ist nichts Neues, wurde aber auch bei der Recherche zur aktuellen Ausgabe wieder deutlich. Laut unserer Order-Umfrage wollen 25,9 % der Umfrage-Teilnehmenden die Order an Herrenschuhen deutlich reduzieren. Nur 4,6 % wollen sie steigern, und das auch nur leicht. In unserer Händlerbefragung beschreiben einige Händler die Saison insbesondere in Bezug auf ihre Herrenschuhe als schwach. Axel Schöll, Händler aus Schweinfurt, berichtete sogar: Es wäre den meisten gar nicht aufgefallen, dass er in diesem Sommer fast ausschließlich Altware im Herrensegment in den Regalen stehen hatte.
Wahrscheinlich wird ein Gros der Männer in Deutschland immer eher ein pragmatisches Verhältnis zum eigenen Schuh haben, doch einige Beispiele zeigen: Es ist nicht unmöglich, die Herren zu begeistern. Budapester Schuhe konnte seinen Herrenanteil derweil von rund 30 % auf 40% bis 50 % steigern und will es weiter ausbauen.
Natürlich ist ein Luxusschuhgeschäft am Kurfürstendamm nicht repräsentativ für den Schuhhandel. Doch am anderen Ende hat Skechers vorgemacht, wie man einen Mann dazu bringen kann, sich mehr mit Schuhen zu beschäftigen – auch wenn er kein Sneakerhead ist. Schließlich erklären auch die Händler, die sich mit Männern schwertun, dass Skechers die große Ausnahme ist. Und die Skechers-Schuhe werden nicht nur gekauft. Der Herr wagt sich sogar an neue Farben wie Khaki.
Dass Schönheitsnormen generell nicht in Stein gemeißelt sind, weiß Content Creator Fabian Hart. Schließlich ist es noch nicht so lange normal für Männer, sich für Bartpflege zu interessieren. Doch heute haben Barber Shops Hochkonjunktur. Vielleicht wagt der Mann seinen Blick bald noch weiter nach unten und merkt, dass sich dort auch zwei Füße befinden.