Meldungen über Flächenaufgaben und Insolvenzen im Einzelhandel beherrschen die Schlagzeilen. Der Niedergang des stationären Einzelhandels erklingt im Strukturwandel immer lauter. Schuld sei der Online-Handel. Comfort-Geschäftsführer Manfred Schalk sieht in den neuen Herausforderungen neue Chancen für die Innenstädte.
Customer Experience
Eine Herausforderung sieht Schalk vor allem in der Vereinigung von E-Commerce und stationärem Laden, um das Kundenerlebnis zu optimieren. Denn Fakt ist: Das klassische Geschäft ist kein Ort der Entdeckung mehr. Erfolgte der Kaufimpuls beim Kunden früher noch direkt über die Marke oder Beratung im Laden, verfügt der Konsument jetzt über eine schier endlose Inspirationspalette, online sowie offline. Somit sind Idee und Produkt heute nicht mehr unmittelbar verbunden und das originäre Erlebnis wichtiger geworden als das Produkt an sich.
“Die alten Regeln gelten nicht mehr.”
Viele Einzelhändler haben bereits begonnen, ihre Möglichkeiten zu sehen und neue Marktstrategien zu entwickeln. Neben „konventionellen Ersthilfe-Maßnahmen“ wie Kostenreduzierung und Restrukturierungsprogrammen wird auch immer mehr in Innovation-Labs und Marktforschung investiert. Parallel arbeiten die meisten auf Hochdruck an ihrer mehr oder weniger neuen Multi-/Omnichannel-Strategie, in der sie ihre On- und Offline-Vertriebswege bestmöglich kombinieren.
Ziele
Als Ziele sieht Schalk den optimierten Zugang zum Verbraucher sowie höchstmögliche Marktanteile, einen Verkaufsraum, der Kunden die Markenbotschaft im Moment des Betretens vermittelt und ihnen genau die Produkte bietet, die sie wirklich suchen.
Mittel
Um dies zu erreichen, schlägt Schalk die Erneuerung des Markenauftritts, die Einbindung von Gastronomie in bestehende Stores, standortbasierte und individuelle Shops, flexible City-Kleinflächenkonzepte, kreative Pop-up-Stores und mobile Verkaufsflächen, neue Strategien für Flagships sowie Concept-Stores und Resale-Konzepte.
Folgen – Vorteil Großstadt
Manfred Schalk rechnet mit Verkleinerungen von Verkaufsflächen aufgrund von Multi-/Omnichannel-Strategien, der Umwandlung der überzähligen Flächen in zum Beispiel Logistik, Wohnen, Büro und die öffentliche Nutzung und der Wandlung der Stores zu einer Art Community Center, also Vereinigung von Handel, Arbeit, Events und Sozialem.
Aufgrund der Magnetwirkung des breiten Angebots, haben die großen und tourismusstarken Städte in der Regel einen Vorteil gegenüber den kleinen Städten. Sowohl nationale als auch neue internationale Händler setzen deshalb verstärkt auf die City-Lagen der Shopping-Metropolen.
Flexibilisierung
Alles in allem sieht Schalk den Einzelhandel mittendrin in einer umfassenden Neujustierung deren Folge eine deutlichen Flexibilisierung der Mietvertragsverhältnisse, in der die alten, tradierten Gewohnheiten aufgebrochen werden.