Wie ist das Jahr 2018 für Aktiv Schuh bislang gelaufen? „Eigentlich haben wir das ganze Jahr bisher Gas gegeben“, schildert Marc Leinweber, gemeinsam mit seinem Bruder und Mutter Maria Carvalho-Leinweber Geschäftsführer des Schuhfilialisten, mit Blick auf auf die vergangenen Monate. Sowohl was Neueröffnungen angeht, als auch im Hinblick auf Umbauten von Bestandsflächen habe man einiges erreicht.
Allein sechs neue Standorte kamen in diesem Jahr hinzu, darunter drei Geschäfte in Berlin und jeweils eines in Eisenach, Chemnitz und Greifswald. „Damit“, so Leinweber, „haben wir 3.500 qm Fläche dazu gewonnen.“ Drei bereits vorhandene Geschäfte wurden zusätzlich modernisiert. „Damit haben wir unsere eigenen Vorgaben, jeden Standort nach fünf Jahren zu erneuern, erfüllt“, so Leinweber.
Gibt es Pläne für das kommende Jahr? Allein in Berlin soll eine weitere Filiale neu eröffnet werden; fünf Standorte in der Hauptstadt werden einem Umbau unterzogen. Aber nicht nur das Portfolio an Geschäften steht unter permanenter Beobachtung. Auch was die internen Prozesse angeht, haben die Verantwortlichen von Aktiv Schuh einiges vor. So soll in naher Zukunft eine neue Website gelauncht werden. Die bereits seit 2017 bestehende Anbindung an schuhe.de soll noch in diesem Jahr ausgebaut werden. Dabei steht die Nutzung verschiedener Plattformen im Fokus. „Wir wollen versuchen, auf diesem Sektor Fuß zu fassen und testen die verschiedenen Optionen“, so Leinweber. „Step für step“ wolle man vorankommen und für jeden Schritt die Lernkurve abwarten, um daraus resultierend die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dabei soll auch die neu im Unternehmen geschaffene Position des E-Commerce Managers helfen.
Ganz oben auf der Agenda steht nach Angaben des Geschäftsführers auch das Thema Logistik. Zudem wolle man 2019 eine Kundenkarte mit Bonusprogramm und weiterem individuell ausspielbaren Mehrwert einführen. Auch die Digitalisierung der Prozesse im Backoffice habe in nächster Zeit Priorität.
Mit seinen vielfältigen Aktivitäten will das Unternehmen seine Position kraftvoll ausbauen. Und bewegt sich damit in entgegengesetzter Richtung zu anderen Marktteilnehmern, die derzeit eher auf Konsolidierung oder zumindest auf Abwarten setzen. Die Frage, was man bei Aktiv Schuh anders macht, beantwortet Leinweber mit Überzeugung: „Wir machen unsere Hausaufgaben und krempeln die Ärmel hoch. Wir haben unser Ziel vor Augen – und oft ist bei Entscheidungen auch ein Quäntchen Glück dabei. Auch das hilft.“
„Das maximal mögliche an Schuhen mit Aktiv-Schuh verkaufen“
Was ist das Ziel, das man bei Leinwebers vor Augen hat? „Das maximal mögliche an Schuhen zu verkaufen“, lautet die kurze und prägnante Antwort. Man stehe in intensivem Kontakt zu Standortvermarktern und habe daher einen guten Blick auf den Immobiliensektor. Und auch zu den Unternehmen der Industrie pflege man einen kurzen Draht. Man optimiere permanent die Prozesse und habe eine starke Mannschaft.
Der Aufwand trägt Früchte: Aufgelaufen sei Aktiv Schuh flächenbereinigt im Plus. „Damit befinden wir uns nicht zwingend in unserem eigenen Erwartungshorizont, sind aber vernünftig unterwegs“, erklärt Marc Leinweber.
Welche Probleme gibt es für ein Unternehmen mit derartigem Tempo? „Barrieren gibt es leider oft durch die Unzulänglichkeiten unserer Geschäftspartner. Da hindert uns manches schlichtweg am Fortschritt“, stellt der Unternehmer klar. Auch deshalb sei geplant, die Zahl der Lieferanten sukzessive zu reduzieren und verstärkt „mit denen zusammenzuarbeiten, die uns verstehen.“ Aus seiner Sicht sei es ein Fehler, das Produkt vor allem anderen in den absoluten Fokus zu rücken, erklärt Marc Leinweber. „Wir brauchen Tempo, die richtigen Prozesse und auch die richtige Einstellung.“ Etliche Unternehmen verfügten darüber – aber nicht alle.
Optimierung wünscht sich Leinweber unter anderem bei der Bereitstellung von Content und Produktfotos, bei der Unterstüztung von Social Media-Aktivitäten – es gebe vieles, das man gemeinsam schnell auf die Bahn bringen könne.
Wie definiert man bei Aktiv Schuh die weiteren Ziele? Hinsichtlich Filialzahl oder Umsatz verfolge man kein konkretes Ziel, erläutert der Unternehmer. „Wir werden uns mit der noch folgenden Neueröffnung bei 66 Filialen bewegen. Aber diese Zahl ist für uns im Grunde nicht relevant“, so Marc Leinweber. „Die Größe unseres Unternehmens birgt auch viele Nachteile und eine enorme Komplexität, die wir im Griff haben müssen.“