„Es war nicht möglich, die Auftragsrückgänge im Kernmarkt Deutschland durch die guten Umsatzzuwächse auf dem russischen und japanischen Markt aufzufangen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Kurt G. Herrmann. Man habe die sich durch die schwierige Auftragslage ergebenden Überkapazitäten am Produktionsstandort Rinteln aufgrund langer Betriebszugehörigkeiten in der Mitarbeiterschaft nicht abbauen können, was zu Verlusten und Liquiditätsengpässen geführt habe, teilt das Unternehmen weiter mit. 68 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen.
Ziel der Insolvenz sei es nun, die vorliegenden Aufträge Herbst/Winter 2013 termingerecht auszuliefern und damit die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen Neustart der Marke zu schaffen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Robert Pinter bestimmt. Ihm liegt laut Fritz Keyl GmbH ein Fortführungskonzept vor, das bis Mitte Mai auf seine Machbarkeit hin überprüft werden soll. Teil dieses Konzepts ist zunächst die Geschäftsfortführung. Derzeit befindet sich das Unternehmen in Kurzarbeit, nachdem die Produktion der F/S-Saison ausgelaufen ist. Mit Eintreffen der Materialien für die neue Saison wolle man wieder „durchstarten“, so Herrmann. Ohne Alternative ist für den Geschäftsführer auch die Produktionsverlagerung nach Osteuropa. „Mit Produktion in Deutschland sind wir nicht in der Lage, wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt Herrmann. Nun sei es wichtig, in alle Richtungen zu agieren, um das Unternehmen zu retten. Auch die Kooperation mit einem Partner könne eine Option sein.
Das Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet von Fritz Keyl im Jahr 1916 in Radebeul, wurde es nach dem 2. Weltkrieg nach Rinteln an der Weser verlegt. Keyl führte das Unternehmen bis 1963. Nach der Übernahme durch Heinrich Stegmann wurde die Marke Meisi im Segment der Damenkomfortschuhe etabliert. 2007, kurz nach dem Tod von Heinrich Stegmann, übernahm Kurt G. Herrmann die Alleingeschäftsführung.