schuhkurier war vor Ort und befragte die Ausstellenden zu ihren Eindrücken. Insgesamt wurde auch diese Ausgabe der Micam als sehr international bewertet. Vor allem Besucher aus Südosteuropa und Russland kamen zahlreich, aber auch das nicht-europäische Ausland zeigte offenbar reges Interesse.
Christiane Zimmer nahm am Macarena-Stand unter anderem auch Kunden aus den USA, dem Nahen Osten, Südamerika und Australien in Empfang. „Für die Schuhbranche außerhalb Europas scheint zu gelten: Wenn wir zu einer europäischen Messe fahren, dann zur Micam!“, lautete ihr Fazit. Sie freute sich über das wachsende Interesse an der Macarena-Kollektion und neugewonnene Kunden. In der aktuellen Orderrunde sei die Nachfrage besonders bei den Modellen mit hohen Böden und Plateaus gewachsen.
Wenig Mut für Neues
Ebenfalls enthusiastisch zeigte sich Elena Terrin, General Managerin bei Donna Carolina. Die Neuheiten der Kollektion kämen sehr gut an: Inspiriert sei das Design von der Generation Z und der Vorreiterin der Fridays for Future-Bewegung, Greta Thunberg. Dies zeige sich im Materialmix aus hochwertigen Natur- und Recyclingprodukten und innovativen High-Tech-Materialien. „Die Kunden suchen Besonderheiten, die sie bei uns finden!“, fasste Terrin zusammen.
Dr. Thomas Nassua, Sales Director bei Bullboxer, empfand das Besucheraufkommen geringer als in der Vergangenheit. Darüber hinaus fehlt seiner Meinung nach bei vielen Händlern der Mut, neue Marken, neue Modelle und neue Konzepte auszuprobieren.
Dieser Meinung schloß sich Heiko Hüdepohl, Managing Director bei S.Oliver, an. Gleichzeitig zeigte er aber auch Verständnis für die geringe Bereitschaft im Handel, Neues zu wagen: „Mut kann teuer sein.“ Der Markt sei angespannt. Die Messe verlief seiner Meinung nach aber insgesamt sehr gut. Am größten sei bei S.Oliver die Nachfrage nach weißen Modellen und Schuhen mit Neon-Akzenten.
Bei Pikolinos bewertete man die Micam zwar als beste europäische Messe, bemerkte aber einen Besucherrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Besonders ärgerlich sei es gewesen, dass am Sonntag in der Halle 6 die Klimaanlage ausgefallen sei, was die Kunden merklich von einem Besuch abhielt, so Alberto Sanchez. Mit der bisherigen Orderrunde sei man bei Pikolinos zufrieden. In Europa sei die Nachfrage nach Sneakern sehr erfreulich, wohingegen man merke, dass man vor allem in den USA wenig experimentierfreudig sei, was Sneakermarken außerhalb des bekannten Sport-Spektrums betrifft.