Nicht nur, dass es Schlangen vor dem Eingang gab: Die Barefoot – The European Shoefair war von einem positiven Grundrauschen geprägt, wie es die Branche auf Messen zuletzt selten erlebt hat. Und so staunte mancher Aussteller nicht schlecht über das rege Gewusel an den Ständen. Über Händlerinnen und Händler, die einfach neugierig vorbeikamen und wissen wollten, was hinter dieser oder jener Marke steckt, die Produkte begutachteten, einfach selbst anzogen und ein paar Probeschritte machten. Barfußspezialisten trafen sich zum Erfahrungsaustausch und Fachsimpeln. Und Händler mit eher klassischem Schuhsortiment waren auf Stippvisite vor Ort, um zu sehen, was da geht, rund um den Barfußschuh.
Mit 1,2 bis 1,6 % Marktanteil sind die Schuhe mit den ultraflachen Sohlen, breiter Zehenbox und Nullsprengung immer noch Nischenprodukte. Aber es herrscht Konsens darin, dass dieses Segment in den kommenden Jahren wachsen wird – auf einen Marktanteil von 5 bis 7 %. Mindestens. Darum mag man über den Schuhtyp denken, wie man will: Es gibt einen Markt dafür. Und wer sich als Hersteller und Händler am Bedarf der Endverbraucher orientiert, tut gut daran, sich mit dem noch recht jungen Segment zu beschäftigen.
Das ist in Offenbach auf der neuen Messe geschehen. Und es war für alle Teilnehmenden wohltuend, zu erleben, dass mal nicht die Krise im Fokus stand, sondern Produkte. Zumal diese in vielen Fällen der „Walla-Walla“-Ecke entwachsen sind und sich sehr modisch und zeitgemäß zeigen. Ist Offenbach das neue Zuhause der Schuhbranche, wie Messechef Arnd Hinrich Kappe selbstbewusst erklärte? Man wird sehen. Ist hier etwas Neues entstanden, das Wachstumspotenzial hat? Diese Frage kann mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden.