Lloyd hatte vor einigen Saisons eine Studie erstellt, die unter anderem zu dem Ergebnis kam, dass die Einheiten einzelner Aufträge im Schuhhandel tendenziell immer kleiner werden – nicht zuletzt auch durch die angebotene Dienstleistung der hohen Nachsortierfähigkeit.
Wissen wollte man in Sulingen konkret, wie man sich für diese Entwicklung optimal aufstellen kann. Aus der Diskrepanz zwischen Traum und Realität ergab sich bei Lloyd ein konkreter Auftrag: Erreichen wollte man, das Aufträge, insbesondere solche, die unter drei Paar umfassen, bei Verfügbarkeit am Lager binnen 24 Stunden ausgeliefert werden können.
Die logistischen Kapazitäten in Sulingen bargen bislang auf dem Weg zu diesem Ziel allerdings nicht erhebliche Hindernisse. Die Ware war zwar da, wurde jedoch auf Paletten gelagert, das Handling war kompliziert und damit zeitintensiv. Bei Lloyd entschied man sich für ein automatisches Kartonlager (AKL), das maximale Flexibilität und Schnelligkeit verspricht. Schnelligkeit der rote Faden – in Lloyd-Sprache „the red stripe“, dem das Projekt fortan folgte. Manfred Buschmeier, bei Lloyd für den Logistik-Bereich verantwortlich, skizziert die Anforderungen so: „Wir wollen die Ware schnell vereinnahmen und kontrollieren, um sie dann schnell und direkt in den Kommissionierbereich überführen.“ Hier setzt das Unternehmen traditionell auf die manuelle Verarbeitung. Die Kartons werden einzeln ’gepickt‘, kommen zur Verpackungsstation und werden weiter verarbeitet.
Die Vorbereitungsphase für das Logistik-Projekt war lang und intensiv, schildert Andreas Schaller rückblickend. Vor zweieinhalb Jahren wurde das Thema dem Lloyd-Beirat vorgestellt. Nachdem es von den Experten des Gremiums grünes Licht gab, begann im November 2011 die Detailplanung. Der Spatenstich erfolgte Ostern 2012. Im Sommer desselben Jahres war die Halle bereits fertiggestellt und die Fördertechnik konnte installiert werden. In einer umfangreichen Testphase wurden IT und Fördertechnik aufeinander abgestimmt und immer wieder neu justiert. Im Frühjahr dieses Jahres ging dann das System an den Start. Die Anforderungen an das Projekt waren hoch, das Risiko nicht unerheblich. Was nicht passieren durfte, war allen Beteiligten klar: Ein Lieferausfall. Von Anfang an musste die neue Systematik funktionieren. Den hat man auch verhindern können – „nicht einen Tag“ sei ohne Auslieferungen vonstatten gegangen. Darauf sei man, so der Lloyd-Geschäftsführer, außerordentlich stolz. Auch sei man im vorgesehenen finanziellen Rahmen geblieben: 6,5 Mio. Euro flossen in das Projekt.
Das Ergebnis spricht für sich: eine hohe Leistung auf vergleichsweise kleinem Raum.
Einen ausführlichen Bericht über das neue Lloyd Logistikzentrum lesen Sie in schuhkurier-Ausgabe 49.