Doch warum ausgerechnet in Barcelona? „Die Stadt war eine Art Rückzugsort für mich. Die ersten zehn Jahre habe ich praktisch von morgens bis abends gearbeitet und mich nur mit Maßarbeit beschäftigt. So konnte ich meine handwerkliche Kompetenz und Technik perfektionieren, aber gleichzeitig in Ruhe experimentieren und neue Ideen ausprobieren,“, erklärt Vilalta. „In Florenz, Paris oder London hätte ich unter dem täglichen Arbeitsdruck einfach nur weitergemacht, ohne meiner kreativen Ader freien Lauf zu lassen.“
Genau dieser kreativen Ader ist es zu verdanken, dass Norman Vilalta klassische Herrenschuhe neu interpretiert und ihnen einen zeitgenössischen Twist gibt, der auch eine jüngere Zielgruppe anspricht.
Eines seiner Signature-Modelle ist der Decon Chelsea Boot. Es ist Norman Vilaltas persönliche Neuinterpretation des klassischen Chelsea Boot mit den typischen Stretcheinsätzen an beiden Knöchelseiten: „Meine Version dieses Stiefeltyps bekommt durch den optisch verlängerten Schaft und die längere Schuhspitze eine elegantere Silhouette. Aber das Besondere sind die beiden an den Stretcheinsätzen eingearbeiteten, organisch runden Ösenleisten. Mit diesem innovativen Extra bekommt der Schuh eine ganz eigene optische Identität, lässt sich mit Schnürsenkeln an den Knöcheln anpassen und verbindet so Design und Funktionalität“, erklärt Vilalta. Charakteristisch sei auch die von Hand aufgetragene Patina. Der Stiefel habe außer demaußerdem seinen typischen „pitched heel“, einen von hinten nach vorn leicht abschüssigen Absatz, der die Körperhaltung verbessere und dem gesamten Schuh eine elegantere Linie verleihe.
„Ein anderes Modell, das für meine ganz persönliche Version eines klassischen Herrenschuhs steht, ist der Mario Cap Toe Oxford“, sagt Norman. Hier habe er die zeitlose Eleganz eines traditionellen Oxfords mit zwei für ihn typischen Features ergänzt: „Zum einen der asymmetrische Schnitt, bei dem das Obermaterial in einem Stück auf den Leisten gezogen und auf die Anatomie des Fußes abgestimmt wird, ohne Mittelnaht hinten am Fersenteil.“ Diese besondere Linienführung mache die Silhouette dynamischer und verbessere das Schrittgefühl. Zum anderen sorge der etwas angeschrägte pitched heel durch die leicht veränderte Position des Fußes im Schuh für eine natürlichere Haltung und einen eleganteren Gang. „Beides scheinbar minimale Details, die aber die Ästhetik und das Trageerlebnis grundlegend verändern“, erklärt Norman.