Fast alles wird repariert
Zu Draufgänger kann jede und jeder kommen, der etwas zu reparieren hat. Mit Leidenschaft widmet sich Täschner Jürgen Gerber Prada-, Louis Vuitton- und Hermès-Taschen, flickt gerissene Riemen und kaputte Reißverschlüsse, setzt neues Futter ein und bereitet ausgeblichene Farben auf. Rund 40% der Aufträge umfassen Taschen, Gürtel und Kleinlederwaren. Felix Adler und Rolf Rainer kümmern sich um die Kunden, die ihre Schuhe reparieren lassen oder gleich neue Maßschuhe anpassen lassen wollen. „Es gibt tatsächlich wenig, wo wir aufgeben“, sagt Felix Adler selbstbewusst. So gut wie alles lasse sich reparieren – nur wenn ein Sneaker schon 16-mal in der Waschmaschine gewesen sei, „dann habe ich keine Lust mehr, mich darum zu kümmern.“ Den Handwerkern ist bewusst, dass ihre Arbeit etwas wert ist. Und so kommt für die Aufbereitung einer Designertasche durchaus ein Betrag von rund 300 Euro zusammen – ein Preis, den eine Kundin für ihr Lieblingsaccessoire wahrscheinlich gerne bezahlt. Grundsätzlich aber arbeitet das Draufgänger-Team nach der Devise, dass sich die Frage der Wirtschaftlichkeit der Kunde stellen müsse – und nicht sie. „Wem unsere Arbeit zu teuer ist, der möge sich einen anderen Reparaturbetrieb suchen“, sagt Adler.
Zu den Kunden von Draufgänger gehört auch ein Sneakerladen, der seine eigenen Limited Editions lancieren möchte. Und die vier Handwerker können sich außerdem gut vorstellen, mit Händlern oder auch Herstellern zusammenzuarbeiten, um deren Schuhreparaturen zu übernehmen. Dazu wären lediglich die Original-Komponenten wie Sohlenmaterial und weitere Zutaten erforderlich. „Und dann können wir hier von Köln aus binnen einer bis maximal zwei Wochen eine große Bandbreite an Reparaturen für Schuhhersteller durchführen“, sagt Felix Adler.