Der österreichische Einzelhandel zeigt sich im ersten Quartal 2026 robust. Laut aktuellem Konjunkturreport legte das Bruttoinlandsprodukt real um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal zu. Treiber war unter anderem die Konsumnachfrage der privaten Haushalte.
Auch im Handel selbst entwickelte sich das Geschäft stabil: Die nominellen Umsätze stiegen im Januar um +1,9 %, im Februar um +1,1 % und im März erneut um +1,9 %. Inflationsbereinigt ergibt sich ein differenziertes Bild mit einem leichten Plus im Januar (+0,8 %), einem minimalen Rückgang im Februar (-0,2 %) und einer Stagnation im März.
„Der österreichische Einzelhandel bleibt trotz geopolitischer Krisen stabil, was auf die solide Konsumnachfrage der privaten Haushalte zurückzuführen ist. Erstmals seit drei Jahren stieg auch die Beschäftigung wieder leicht an, während das BIP im 1. Quartal 2026 real um 0,2% zulegte“, bilanziert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands.
Während sich der Lebensmittelhandel weiterhin stabil zeigt, bleibt die Entwicklung im Non-Food-Bereich uneinheitlich. „Besonders der Lebensmittelhandel entwickelte sich robust, während sich die Umsätze im Non-Food-Bereich weiterhin differenziert zeigen. Insgesamt bestätigt sich damit die schrittweise Stabilisierung des privaten Konsums nach den herausfordernden Vorjahren“, ergänzt WIFO-Ökonom Jürgen Bierbaumer.
Positive Signale kommen auch vom Arbeitsmarkt: Mit 328.143 Beschäftigten im März verzeichnete der Einzelhandel erstmals seit Februar 2023 wieder ein Plus von +0,5 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen deutlich um 18,1 % auf 8.453.
„Im März konnten wir erstmals seit drei Jahren wieder ein Beschäftigungsplus von 0,5% verzeichnen. Der Handel beweist einmal mehr seine Resilienz und bleibt ein stabiler Beschäftigungs- und Wirtschaftsmotor für den Standort Österreich“, so Will.
Die Inflation lag im April 2026 bei 3,3 % und damit deutlich unter den Höchstständen der vergangenen Jahre. Für das Gesamtjahr wird ein Rückgang auf durchschnittlich 2,7 % erwartet. Trotz steigender Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen bleibt die Preisentwicklung insgesamt moderater.
Der Ausblick ist jedoch leicht eingetrübt: Sowohl Händler als auch Konsumentinnen und Konsumenten bewerten die kommenden Monate vorsichtiger. „Die unmittelbaren Auswirkungen der jüngsten geopolitischen Entwicklungen auf das Konsumverhalten fallen bislang moderater aus als in früheren Krisenphasen, etwa zu Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs im Februar 2022“, erklärt Bierbaumer.
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das WIFO ein Wirtschaftswachstum von 0,9 %. Auch im Handel wird eine moderate Ausweitung der realen Wertschöpfung erwartet. „Die aktuellen Zahlen zeigen klar: Der österreichische Handel bleibt stabil, anpassungsfähig und widerstandsfähig. Viele Konsumentinnen und Konsumenten agieren derzeit bewusster und preisorientierter, gleichzeitig bleibt die grundsätzliche Konsumbereitschaft intakt“, resümiert Rainer Will.