In der Nacht von Montag auf Dienstag ist der Aktienkurs von On nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen an der New York Stock Exchange um 7,80 US-Dollar auf 31,66 Dollar gefallen. Das entspricht einem Absturz von 19,8 %. Auch bis Mittwochabend hat sich der Kurs nicht erholen können. Zum Tagesschluss lag der Kurs bei 31,00 Dollar.
Der Umsatz von 850,3 Mio. Schweizer Franken hat trotz des Wachstums von 13,5 % (währungsbereinigt 21,6 %) die Erwartungen unterboten. Während der D2C-Umsatz um 26 % gestiegen ist und mittlerweile für 45,7 % des Nettoumsatzes verantwortlich ist, argumentiert Analyst Randal Konik von der Investment Bank Jefferies Financial Group mit dem abgeschwächten Wachstum im Wholesale-Kanal und auf dem amerikanischen Markt. Der weltweite Wholesale-Umsatz ist währungsbereinigt um 12,7 % gestiegen, im Vorjahresquartal um 25,1 %. Das Wachstum auf dem amerikanischen Kontinent ist auf 13 % nach 17 % im Vergleichsquartal gesunken. On-CEO David Allemann begründete die Wholesale-Umsätze im Investoren-Call mit der bewussten Steuerung des Reinverkaufs in den Einzelhandel.
Nach Ansicht von Randal Konik sei der Anstieg der Bruttogewinnmarge jedoch nach nicht nachhaltig, da das Wachstum nachlasse und die Lagerbestände weiterhin hoch seien. Diese Entwicklungen könnten zu Abwärtskorrekturen der Schätzungen führen und seien eine Schwäche der Premium-Strategie von On. Zugleich würden die Vertriebs- und Verwaltungskosten steigen, um neue Kunden in den Direktvertrieb zu lenken, da die Kundenbindung sinke. Jefferies hat den Zielpreis für die On-Aktie von 24 Dollar auf 20 Dollar abgesenkt. Bereits im April äußerte Konik Bedenken über die Entwicklung des Wholesale-Geschäfts und bezeichnete die Aktie als überbewertet.
Auch andere Analysten werteten die On-Aktie ab, aber auf wesentlich höherem Niveau. Dylan Carden, Analyst von William Blair, hat die Empfehlung auf ein „Hold“ gesenkt. UBS hat den Zielpreis von 83 Dollar auf 73 Dollar gesenkt und glaubt damit weiterhin an eine deutlich positive Entwicklung.