In der laufenden Woche ist Berlin wieder der Hotspot für Mode-Begeisterte der ganzen Welt. Neben den zwei Leitmessen, Premium und Panorama, finden zahlreiche Shows, Workshops und kleinere Rahmen-Veranstaltungen statt. Mehr als je zuvor beschäftigen sich die aktuellen Messen mit Themen wie Inspiration, Storytelling, Information, Digitalisierung und Design. Auch das Thema ’Nachhaltigkeit und Transparenz in der Fashion-Welt‘ wird relevanter – so hat die Panorama Berlin die Fläche der Area ’Xoom‘ausgeweitet. Insgesamt wurde die Hallenzahl jedoch reduziert.
„Zum Glück wurde die Schuhhalle aufgelöst!“
Die Berliner Modemesse hat zahlreiche Umstrukturierungen vorgenommen, die sich am aktuellen Zeitgeist, digitalen Umbrüchen und modernen Anforderungen orientieren sollen. Zunächst wurde unter anderem der Eingang neu gestaltet: Die Besucher sammeln sich nicht mehr vor der Registrierung an der Messe Süd, sondern werden auf der Vorfläche in einer iglu-artigen Zeltkonstruktion in Empfang genommen, während die ursprüngliche Registrierung zu einem ’Trend-Schaufenster‘ umgewandelt wurde.
Auch neu: Die Segmentierung der sieben Hallen. Hierfür wurden die ausstellenden Marken neu gemischt und die Präsentationsmöglichkeiten intensiviert – soweit die offizielle Mitteilung vor Messe-Start. In Halle eins sind während der aktuellen Ausgabe Marken mit hohem Bekanntheitsgrad und neue Kollektionskonzepte untergebracht. Halle zwei ist der Herrenmode vorbehalten, Halle drei zeigt die neuen Trends für Damen, Halle vier dient der Sportswear. In Halle fünf sind Lösungen für den stationären Handel abgebildet und Halle sieben widmet sich nachhaltigen Marken.
Während bereits vor mehreren Saisons die Auflösung der ’Schuh-Area‘ in Halle fünf verkündet wurde, hatten sich bis zuletzt jedoch kaum Änderungen ergeben. Während der aktuellen Veranstaltung wurden die schuhspezifischen Aussteller wesentlich stärker in die übrigen Hallen eingegliedert. „Zum Glück besteht die ehemalige Schuhhalle nicht mehr. Jetzt haben wir einen wesentlich besseren Lauf, profitieren von der Nähe zu den Textilern und einer viel angenehmeren Atmosphäre“, erklärt Rob Callenfels, Direktor des Schuhlabels La Strada, der jetzt mit einer größeren Präsenz in Halle drei eingegliedert wurde. Von einem weiteren Umzug profitiert auch Kangaroos – jetzt in Halle vier beheimatet: „Von der aktuellen Ausgabe erwarten wir uns mehr. Wir sind nicht mehr in der Abgeschiedenheit der Halle acht und auch nicht mehr in der ehemaligen Schuhhalle. Hier haben wir einen guten Platz, sind zufrieden mit der Nähe zu den Textil-Ausstellern und konnten bisher bereits einen guten Lauf verbuchen. Der neue Eingangsbereich könnte auch gut ankommen“, so der erste Eindruck von Dennis Schmidt, Marketing-Manager bei Kangaroos. Ein weiteres Update ist die Implementierung einer neuen Smartphone-Applikation. Den Hallenplan, das Zugangsticket, Termin- und Buspläne sowie weitere Informationen finden Besucher jetzt auf ihrem Handy.
Modetrends 2019: Snake-Prints, Western & Leo
Chunky Sneaker sind zum festen Kollektionsbestandteil geworden – auch für die Herren. Sie werden überwiegend in schlichten Varianten mit cleanen Details gespielt. Ein weiterer Trend sind Vintage Effekte. Spezielle Oberflächenbeschichtungen und aufgeraute Stellen sorgen für abgetragene Optiken, die aber mit hochwertigen Ledern ausbalanciert werden. In Sachen Farbe herrscht bei den Herren wesentlich stärkere Zurückhaltung: Die Haupt-Farben sind Braun, Khaki, Schwarz und Navy. Gelegentliche Highlights werden in Bordeaux und Tannengrün gesetzt. „Zu den modischen Highlights für die Herren gehören bei uns Boots mit Hiking-Details aus dem Wandersport. Kordel-Schnürsenkel, Ösen und optische Schwere bilden das Thema. Außerdem werden die Themen Warmfutter, Cosyness und Materialität wichtig. Boots mit sichtbarem Lammfell sind bei den Herren stärker. Natürliche Töne, von verschiedenen Braun-Schattierungen bis hin zu sachlichem Stone-Grau, spielen in der Saison Herbst/Winter eine wichtige Rolle“, erläutert Björn Wischnewski, Lloyd-Brandmanager.
Bei den Frauen werden ebenfalls Hiking-Details stärker gespielt. Materialkombinationen aus weichen Veloursledern, Filz und Fell sowie von Hand aufgetragene Oberflächen-Finishes betonen die Handwerklichkeit der Modelle und legen den Fokus auf Heritage & Tradition. „Leo-Prints werden außerdem in allen erdenklichen Varianten gespielt. Zurückhaltender ist die enorme Bandbreite unterschiedlicher Braun-Töne, die mit dezenten Vintage-Effekten und Patina daherkommen. Neu sind gelbstichige Safran- und Cognac-Nuancen. Auch bei den Silhouetten besteht ein Zweiklang: Auf der einen Seite breite Leisten, kernige Sohlen und ein derber Look auf Biker-Boots. Auf der anderen Seite kommt eine Rückbesinnung auf schlanke Formen – so werden beispielsweise feminine Chelseas wieder wichtiger. Ein weiteres, modisches Thema sind Lack und Glanz-Oberflächen“, erklärt Sabrina Castan Lopez, die für das Product Management der Lloyd-Damenkollektion zuständig ist. Armin Wild, der das Schuhlabel ILC auf der Panorama vertritt, betont außerdem, dass Western-Styles, Snake-Prints und Weiß weiterhin zu den wichtigsten Trends zählen.