Schuhhersteller aus Pirmasens

Peter Kaiser: Warum Entlassungen unvermeidlich waren

Stefan Frank, Peter Kaiser
Stefan Frank, Peter Kaiser

Gegenüber schuhkurier erklärt Peter Kaiser-Geschäftsführer Stefan Frank die Hintergründe der jüngsten Entscheidung, 40 Beschäftigte am Standort Pirmasens zu entlassen.

„Unausweichlich“ sei die Entscheidung gewesen, so der Peter Kaiser-Geschäftsführer – und das auch schon seit einigen Jahren. „Das Verhältnis der Produktionsmenge an den Standorten Pirmasens und Portugal passte zuletzt nicht mehr“, erklärt Stefan Frank gegenüber schuhkurier. Bei einer Gesamtfertigung von 3.500 Paar kämen allein 1.400 aus der Pfalz – das sei zu viel, um angesichts der lohnintensiven Fertigung am deutschen Standort profitabel zu arbeiten. „Unser Handlungsspielraum, um dieses Missverhältnis zu korrigieren, war gering“, erklärt Stefan Frank. Die einzige Alternative wären deutliche Preiserhöhungen der Produkte gewesen, was angesichts der Situation im Markt allerdings keine Option gewesen sei. „Es ist ein Phänomen unserer Branche und trifft auch auf unser Unternehmen zu, dass sich im Laufe der Jahre zwar die Kosten in der Schuhproduktion stetig erhöht haben, die Durchschnittspreise unserer Produkte aber nicht“, so Stefan Frank. „Wenn ich als Geschäftsführer verantwortlich bin, muss ich angesichts dessen auch schmerzhafte Entscheidungen treffen“, so Frank weiter. „Zumal wir ja Verantwortung für insgesamt 600 Mitarbeiter hier und in Portugal tragen. Dem müssen wir gerecht werden.“

„Flexible Fertigung“ am Peter Kaiser-Stammsitz

Bis zum April sollen die nun angekündigten Entlassungen abgeschlossen sein. Es verbleiben dann 200 Beschäftigte in Pirmasens, die 700 Paar Schuhe fertigen – für den Geschäftsführer ein Status quo, an dem in den kommenden Jahren nichts mehr geändert werden soll. In der Pfalz sollen weiterhin Muster und Prototypen gefertigt werden, aber auch die individuellen Modelle, die über das Shoebar-Konzept verkauft werden. „Wir werden uns immer mehr in Richtung einer individuellen und schnellen Fertigung entwickeln“, ist Frank überzeugt. „Dafür benötigen wir gewisse Kapazitäten hier in Pirmasens.“ Betroffen von den Entlassungen seien Mitarbeiter aller Altersgruppen. 

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Petra Steinke / 18.02.2019 - 08:57 Uhr

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