Auch die Schuhbranche ist vom Fachkräftemangel massiv betroffen. Viele Unternehmen würden laut dem PFI gern ausbilden, einige Ausbildungsbetriebe seien jedoch zu spezialisiert oder zu klein, um alle Ausbildungsinhalte abdecken zu können bzw. die sachlichen und personellen Ausbildungsvoraussetzungen sicherzustellen. Für sie gebe es aber Möglichkeiten, die Ausbildung durch Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des eigenen Betriebes zu ergänzen.
So bietet das PFI in Pirmasens laut eigenen Angaben die Form der überbetrieblichen Ausbildung für den Beruf des Schuhfertigers an. „Die Branche braucht dringend Nachwuchs. Viele Unternehmen bilden aber leider nicht mehr aus bzw. in den Unternehmen fehlen häufig einzelne Bereiche, um die gesamten Ausbildungsinhalte abdecken zu können. Diese Inhalte können wir in Absprache mit den Unternehmen anbieten und für die Auszubildenden realisieren“, erklärt Institutsleiterin Dr. Kerstin Schulte.
Jedes Unternehmen, das einen Schuhfertiger ausbilden möchte, könne die überbetriebliche Ausbildung am PFI nutzen. Die Kapazitäten seien allerdings begrenzt. Die überbetriebliche Ausbildung am PFI könne nur mit einer kleinen Zahl von zwei, maximal drei externen Auszubildenden zum Schuhfertiger starten. Diese können bei Übungen in verschiedenen Macharten, für Prüfmodelle oder allgemein zur Prüfungsvorbereitung im ISC qualifiziert werden. Darüber hinaus werde den Auszubildenden ermöglicht, in die Prüflabore Einblick zu nehmen und dort Praktika zu absolvieren.
Die Dauer der überbetrieblichen Ausbildung hängt vom Umfang der Inhalte ab. „Je mehr Inhalte bei uns vermittelt werden sollen, umso länger wird der Auszubildende bei uns sein. Es wäre sogar vorstellbar, dass der Auszubildende einen Großteil seiner Lehrzeit bei uns verbringt und wir entsprechend mit dem Unternehmen einen Ausbildungskooperation vereinbaren. Aktuell läuft bereits eine erfolgreiche Kooperation mit der Firma Gore“, erläutert Dr. Kerstin Schulte.