Die portugiesischen Gerbereien haben ihre Exporte im Zeitraum Januar bis September 2025 um 5,8 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Insgesamt wurden Lederwaren im Wert von 81 Mio. Euro exportiert. Wichtigste Absatzmärkte waren Spanien (17 Mio. Euro, –4,6 %), Italien (13 Mio. Euro, +8,7 %) und Frankreich (11 Mio. Euro, +31,2 %).
Laut dem Research Office des Branchenverbands APICCAPS spiegelt diese Entwicklung „die Erholung der Auslandsnachfrage und die laufenden Bemühungen zur Modernisierung der Produktion“ wider. Die Branche investiert demnach gezielt in Technologien, die globale Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.
Trotz Herausforderungen wie Marktschwankungen und steigenden Kosten zeigen sich Portugals Lederunternehmen widerstandsfähig. Sie halten hohe Qualitätsstandards ein, erfüllen europäische Normen und reagieren flexibel auf die Anforderungen anspruchsvoller Kunden.
Von den gestiegenen Gerberei-Exporten profitiert nicht nur das Segment selbst. „Eine starke Lederindustrie sichert die Versorgung inländischer Hersteller mit hochwertigen Rohstoffen und stärkt damit die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Produktionskette“, erklärt APICCAPS.
Parallel zum Exportwachstum forciert der Verband die internationale Positionierung von Leder als nachhaltiger Rohstoff. Ziel sei es, „einige vorgefasste Meinungen zu entkräften“ und „die Argumente zu beleuchten, die Lederschuhe überlegen machen“. Dazu zählen unter anderem die Langlebigkeit und der Umstand, dass Leder ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie ist, das weiterverwertet werden kann. Auch in Forschung und Entwicklung setzt die Branche Akzente. Insbesondere im Bereich nachhaltiger Gerbverfahren wird intensiv gearbeitet. Dieses Thema ist ein Kernelement des Projekts Bioshoes4All, das APICCAPS gemeinsam mit dem portugiesischen Schuhtechnologiezentrum entwickelt.