Am 21. März hatte die Roeckl Handschuhe & Accessoires GmbH & Co. KG Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Diese wurde am 24. März durch das Insolvenzgericht München bestätigt. Vorläufiger Sachverwalter des Verfahrens ist Rechtsanwalt Oliver Schartl von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen. Roeckl-Geschäftsführerin Annette Roeckl führt das Unternehmen gemeinsam mit dem vorläufigen Sachverwalter. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter, heißt es in einer Mitteilung.
Bereits bekannt war, dass Roeckl sieben Filialen in Deutschland schließt. Das Geschäft auf der Friedrichstraße in Berlin ist der achte von ursprünglich 19 Standorten. Es war im Mai 2015 eröffnet worden “und hatte sich wesentlich schlechter entwickelt als erwartet”. Dies soll die letzte Schließung in Deutschland sein.
Den rund 45 betroffenen Mitarbeitern wurden ordentlich betriebsbedingt gekündigt. Die Löhne und Gehälter der verbleibenden rund 150 Mitarbeiter in Deutschland sind bis Ende Mai durch die Bundesagentur für Arbeit gesichert.
Annette Roeckl ergänzt: „Ich bin davon überzeugt, dass es uns gelingt, unser Familienunternehmen im Rahmen der geplanten Sanierung langfristig zu erhalten und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Mit unseren Anpassungen an die neuen Marktbedingungen, einer Internationalisierung unseres Geschäfts und insbesondere der Konzentration auf die Haupt- und Großstädte bleiben wir ein leistungsstarker und vertrauensvoller Partner unserer Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter.“
Rechtsanwalt Oliver Schartl sieht “nach einer ersten Prüfung der wirtschaftlichen Lage gute Aussichten auf eine erfolgreiche Sanierung und eine langfristige Fortführung des Geschäftsbetriebs”.