Die gute Nachricht: Vertrauen ist kein Problem mehr zwischen den Akteuren. Auch die Neutralität spielt offenbar in den Gesprächen zwischen Industrie, Handel und Verbundgruppen keine Rolle mehr, wenn es um die Durchsetzung von EDI in der Branche geht.
Dennoch ist man noch nicht so weit, wie man es sich wünschen würde. Sowohl auf Industrie- als auch auf Herstellerseite sind gravierende Unterschiede zwischen den Unternehmen erkennbar. „Wir müssen uns zwingend weiter bewegen“, forderte daher Prof. Dr. Siegfried Jacobs vom BDSE. Viel sei bereits getan worden, es gebe gute Ergebnisse – aber die Prozesse seien schlichtweg noch nicht weit genug gediehen.
Als Vehikel für den Einstieg in EDI „aus der Praxis heraus" empfahl Heiner Terbuyken von der Gabor Footwear GmbH die Fortführung eines erweiterten H2-Satzes. „Das ist praxisorientiert. Und es ist nicht der Tod, sondern womöglich die Rettung von EDI", so Terbuyken.
Jens Beining von Wortmann sprach sich indes gegen die weitere Arbeit mit dem H2-Satz aus: „Das ist aus unserer Sicht der absolut falsche Weg.“ Es gebe internationale Standards und die Branche müsse alles daran setzen, diese in voller Ausführung nutzen zu können.
Für Günter Althaus, Vorstandsvorsitzender der ANWR Group, steht fest: „Eine funktionierende Prozesskette bringt einen gigantischen Informationsvorteil.“ Und nur über diesen sei es möglich, den rasanten Veränderungen im Markt gewachsen zu sein. Althaus warb für mehr Prozessverständnis sowohl auf Seiten der Industrie, als auch beim Handel.
Eine Herausforderung für die branchenweite Implementierung und Anwendung von EDI-Standards dürfte es sein, gerade auch kleinere Händler für das Thema zu gewinnen. Hier müsse mehr über den Nutzen gesprochen werden und weniger über den dazu gehörenden Aufwand, waren sich die Roundtable-Teilnehmer einig.
Alle Details zum Roundtable und die Thesen der Teilnehmer lesen Sie ausführlich in schuhkurier Ausgabe 29 mit dem Fokusthema „Fläche“.