Gemäß den Ausführungen von Ulrich Rau, Vorstandssprecher der Sabu Schuh-Verbund eG, ist der Gesamtumsatz der Sabu GmbH, also Warenvermittlung und Großhandel, um rund 1,8 Mio. Euro auf 317,8 Mio. Euro gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 0,6%. Der Gesamtumsatz liege damit „beinahe auf Vorjahresniveau“, so Rau (2016: 319,6 Mio. Euro). Als Gründe für diese Entwicklung nannte der Vorstandssprecher unter anderem die schwache Auftragsvergabe der Händler in der F/S-Saison sowie das ausbleibende Nachordergeschäft.
Der Jahresüberschuss der Sabu GmbH hat sich dementsprechend auf 280.000 Euro reduziert. „Dies ist zum einen auf einen Rückgang der Erträge aus der Warenvermittlung um rund 156.000 Euro zurückzuführen und zum anderen auf deutlich gestiegene Aufwendungen, vor allem im Bereich der IT und der Digitalisierung, die um 480.000 Euro angestiegen sind“, so Ulrich Rau weiter. Ein Großteil der Investitionen sei in die regionale Suchplattform sabu.de und in die Erneuerung der ERP-Software geflossen.
Parallel dazu hätten sich die Gesamtkosten um 3,1% (= 142.000 Euro) reduziert, da im Vorjahr noch die Vollabschreibung des Warenwirtschaftssystem Sabusys in Höhe von 160.000 Euro zu verkraften war. Positiv auf das Ergebnis hätten sich unter anderem außerordentliche Erträge aus Betriebsprüfungen (197.000 Euro) und ein Rückgang der Gesamtkosten um 3,1% ausgewirkt.
Angesichts der insgesamt schwierigen Marktbedingungen und der eingeleiteten Maßnahmen durch die Verbundgruppe sprach Rau dennoch von einem „zufriedenstellendem Ergebnis“. Im Mittelpunkt der Strategie der Verbundgruppe Sabu stünde weiterhin nicht die Gewinnmaximierung, sondern die langfristige Existenzsicherung ihrer Mitglieder. Dazu gehörten beispielsweise Projekte wie die Neuordnung der Sabu-Messen, das neue elektronische Rechnungsportal oder das erste Sabu Forum, das im April 2018 in Heilbronn stattgefunden hatte. Letzteres soll vorraussichtlich im Herbst 2019 wiederholt werden.
Sabu Schuh-Verbund eG: Eigenkapital erhöht
Laut Ulrich Rau hat sich das Eigenkapital der Sabu Schuh-Verbund eG um rund 600.000 Euro erhöht. Das gesamte Eigenkapital betrage daher nun 27 Mio. Euro. Es besitzt einen Anteil von 98,6% an der gestiegenen Bilanzsumme. „Das heißt, dass unsere Genossenschaft somit auch weiterhin nahezu vollständig mit Eigenkapital finanziert ist“, so der Vorstandssprecher der Sabu Schuh-Verbund eG.
Der Jahressüberschuss und der Bilanzgewinn haben sich Ulrich Rau zufolge im Berichtsjahr um rund 240.000 Euro verringert. Er beträgt nun rund 1,1 Mio. Euro, der Bilanzgewinn liegt bei rund 1,7 Mio. Euro.
Wahl zum Aufsichtsrat: Einstimmig gewählt
Der Sabu-Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Seibel führte anschließend durch die Abstimmung zur Aufsichtsratwahl. Zur Wahl standen sechs Kandidaten, denen die volle Zustimmung der Genossen zugesprochen wurde. Stefan Klindwort, der im vergangenen Jahr noch zur Teil des Aufsichtsrats gewesen war, stand aufgrund beruflicher Veränderungen nicht mehr zur Wahl.
Carl-August Seibel: „Wir haben einen Koffer voll Probleme“
Den Abschluss der 66. Generalversammlung der Sabu Schuh-Verbund eG bildete ein Vortrag von Carl-August Seibel, Vorstandsvorsitzender des HDS/L und CEO der Josef Seibel Firmengruppe. Er sprach unter anderem über die gemeinsamen Herausforderungen von Schuhindustrie und -handel. „Auch wir haben aktuell einen Koffer voll Probleme“, so Seibel mit Blick auf die Schuhindustrie. „Nur wenn es Ihnen als Händler gut geht, geht es auch uns gut. Deshalb brauchen wir mehr denn je funktionierende Partnerschaften.“ Als Händler müsse man mehr denn je Schuhexperte, aber auch Animateur, Dienstleister, Psychologe und Einkäufer in einer Person sein. „Das ist nicht leicht. Aber auch wir wollen den mittelständischen Schuhhandel in die Zukunft führen“, sagte Carl-August Seibel.
Die nächste Generalversammlung des Sabu wird vom 24. bis 26. Mai in Bregenz stattfinden.