Das Unternehmen, das Saks Fifth Avenue, Bergdorf Goodman und Neiman Marcus unter einem Dach vereint, meldete das Verfahren beim US-Bankruptcy Court in Houston (Texas) an. Der Antrag unterstreicht laut Reuters den Druck auf das Warenhausmodell – auch, weil Luxusmarken ihren Vertrieb stärker in eigene Kanäle verlagern. Saks Global will nun im Verfahren Schulden restrukturieren oder einen neuen Eigentümer finden; andernfalls drohen Schließungen.
Um den Betrieb zunächst zu stabilisieren, hat Saks Global ein Finanzierungspaket über 1,75 Mrd. US-Dollar gesichert. Kern ist ein 1,0 Mrd. US-Dollar Debtor-in-Possession-Kredit (DIP); Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Investorengruppe von Pentwater Capital Management und Bracebridge Capital angeführt wird. Zusätzlich stehen laut Unternehmensangaben 240 Mio. US-Dollar über eine asset-backed Finanzierung bereit; weitere 500 Mio. US-Dollar sollen nach dem geplanten Abschluss des Verfahrens fließen.
Im Zuge der Restrukturierung übernimmt Geoffroy van Raemdonck (ehemals Neiman Marcus) den Chefposten; Richard Baker scheidet als CEO aus. In den Gerichtsunterlagen werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten jeweils in einer Spanne von 1 bis 10 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Unter den ungesicherten Gläubigern werden u. a. Chanel (ca. 136 Mio. US-Dollar), Kering (ca. 60 Mio. US-Dollar) und LVMH (ca. 26 Mio. US-Dollar) genannt. Hintergrund der Krise seien vor allem hohe Schulden aus dem Zusammenschluss sowie Probleme bei der Warenverfügbarkeit infolge verspäteter Lieferantenzahlungen.