Auch die neue Location der Twodays erhielt Rückenwind: Das Ambiente der Halle 29 in Derendorf wirkte offen, luftig und modern.
Ja, die Frequenz auf den Düsseldorfer Messen wirkte stellenweise etwas niedriger als die vergangenen Male. Aber entscheidender ist, worüber gesprochen wurde – oder eben nicht. Statt des erwartbaren Lamento über die Hürden des vergangenen Jahres stand genau das im Vordergrund, wofür Ordermessen da sind: Austausch, Einordnung und Orientierung: Welche Formen, Farben und Materialien kommen? Die Gespräche drehten sich um Trends und um die Frage, wie man stärkere Kaufanreize für die Endkunden setzen kann. Und ist das allein nicht ein Signal, dass sich der Blick nach vorn richtet?
Gleichzeitig wurde im Austausch ein Spannungsbild deutlich, das nicht neu ist: „Schuhhändler achten sehr darauf, nicht zu viel Geld auszugeben, und setzen auf sichere Produkte. Das ist ein Thema, das ich auch bei den Produzenten sehe: Man kauft sehr sicher ein und gibt kein Geld mehr für Neuentwicklungen aus“, sagt Paco Pfyffer (Shoebizz). Im Gegensatz dazu zeigen Textilhändler oft mehr Mut bei der Order: „Die Textiler sind offen für Neues. Die Schuhhändler fragen erstmal nach dem Preis,“ resümiert Hans-Joachim Mäkeler (Melvin & Hamilton).
Das ist zwar nachvollziehbar, trotzdem bleibt der Wunsch nach mehr Mut im Raum. Denn wenn alle nur das einkaufen, was garantiert läuft, sieht am Ende alles gleich aus – und „keiner braucht den 500. Sneaker“ (Andrés May).
Wieviel Mut tatsächlich vorhanden ist, wird sich in der kommenden Saison auf der Fläche zeigen. Trends sind jedenfalls genügend vorhanden.