Dabei hat sich viel im Komfortschuhbereich geändert, so Wöber-Hübner: „Wir sind viel modischer geworden.“ Als Beispiel nennt sie etwa den Hersteller Gabor: „Die hatten vor einigen Jahren noch keinen Schuh mit Wechselfußbett. Mittlerweile ist das ein sehr großes Angebot geworden. Dadurch haben wir auch mehr Möglichkeiten, junge Leute zu erreichen.“ Die übliche Kundschaft deckt eher die Altersgruppe 40 und aufwärts ab. Neben den modischen Aspekten steigen auch die Ansprüche an die Beratung. „Die Menschen kommen deutlich informierter in das Geschäft. Sie wissen schon, welche Marken sie wollen. Aber sie sind auch gleichzeitig sehr froh, wenn man sie berät: Entweder, weil man sie in ihrer Meinung bestätigt oder auch, weil man ihnen gute Alternativen vorschlagen kann.“ Generell wohnt dem Handel, insbesondere Schön & Endres, die Rolle des Problemlösers inne. Denn wenn Online oder teilweise bei anderen Geschäften nicht die richtige Beratung geboten werden kann, sind Kunden schnell enttäuscht. „Wenn die Kunden gut und richtig beraten werden“, schlussfolgert Wöber-Hübner, „dann sind sie auch richtig happy.“
Folglich ist es allerdings auch um so wichtiger, das richtige Personal auf der Fläche zu haben und dieses entsprechend zu schulen. „Beratung ist das A und O“, so die Prokuristin. „Deshalb ist jede Investition ins Personal eine sehr gute Investition.“ Über die sechs Standorte verteilt beschäftigt Schön & Endres 100 Mitarbeitende – bei dem dreifaltigen Konzept muss schließlich immer auch ein entsprechend ausgebildeter Techniker im Haus sein. „Und da muss ich sagen, dass wir leider auch das Problem haben, keine Fachkräfte zu bekommen“, erzählt Wöber-Hübner. Zwar suche man permanent, doch die jungen Leute fehlen weiterhin. Es bleibe nach wie vor schwer, die Jüngeren von dieser Art von Arbeit zu überzeugen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass sich die interne Struktur dem gehobeneren Alter nähert, sorgt diese Entwicklung im Unternehmen für Sorge. „Ich bin aktuell auch dabei, Kontakte zu den Schulen und Ausbildungsbehörden zu knüpfen“, führt die Prokuristin weiter aus. „Wenn die Leute erst einmal im Geschäft sind und arbeiten, gefällt es ihnen tatsächlich sehr. Man muss deswegen mal raus und die Leute reinholen, um ihnen das vorzuleben. Dafür muss aber entsprechend enger mit den Schulen oder Jobmessen gearbeitet werden.“