Das Unternehmen habe sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen, nachdem das Wiesbadener Partnerunternehmen, die Fink Schuhe + Sport GmbH & Co. KG, bereits im Januar 2014 Insolvenz angemeldet hatte. Durch den Zusammenbruch des Partnerunternehmens habe in Folge auch die Lahr Schuhe Insolvenz anmelden müssen, teilt der vorläufige Insolvernzverwalter mit.
Langjährige Zusammenarbeit mit Fink
Beide Unternehmen haben demnach in verschiedenen Bereichen zusammengearbeitet und u.a. Einkauf der Schuhwaren gemeinsam getätigt. Wareneinkäufe seien maßgeblich über Lahr Schuhe finanziert worden. "Unser Unternehmen ist – losgelöst vom Partnerunternehmen – solide aufgestellt und im Kern profitabel. Der jetzige Schritt ist eine Folge des im Januar gestellten Insolvenzantrags der Fink Schuhe + Sport GmbH & Co. Aber ich bin sicher, dass wir eine Lösung und eine Perspektive finden werden", sagt Rolf Lahr, Hauptgesellschafter und alleiniger Geschäftsführer, der das 1908 vom Großvater gegründete Unternehmen in dritter Generation betreibt.
Der Geschäftsbetrieb bleibe trotz Insolvenz vollständig aufrecht erhalten. Der Verkauf laufe in allen elf Geschäften an den Standorten in Koblenz, Mayen, Neuwied und Trier uneingeschränkt weiter. Der vorläufige Insolvenzverwalter verschaffe sich zurzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage. Die 98 Mitarbeiter am Hauptsitz und an den diversen Verkaufsstandorten wurden von Rechtsanwalt Lieser auf Betriebsversammlungen über die aktuelle Situation informiert. "Ich bin durchaus optimistisch, dass wir bei dieser Ausgangsposition eine Sanierung und auch eine dauerhafte Fortführung erreichen können", sagt Rechtsanwalt Jens Lieser.
Er werde nun kurzfristig Gespräche mit Lieferanten und Banken aufnehmen. So habe die Sparkasse Koblenz bereits signalisiert, dass sie ein Massedarlehen gewährt, um den Einkauf neuer Waren sicherzustellen. Darüber hinaus habe sich Lieser bereits mit der Agentur für Arbeit in Verbindung gesetzt, um für die Mitarbeiter die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes zu erzielen. Bis Ende April seien die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter über das Insolvenzgeld gesichert. Zu den Lahr-Schuhgeschäften gehören vier Standorte in Koblenz, jeweils ein Geschäft in Mayen und in Neuwied sowie fünf Filialen in Trier, die dort unter dem Namen Kempe Schuhe geführt werden.